CFS installiert Magnet für Fusionsreaktor und kooperiert mit Nvidia
Commonwealth Fusion Systems (CFS) hat am Dienstag im Rahmen der CES 2026 den ersten Magneten für ihren Demonstrationsreaktor Sparc installiert, einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur kommerziellen Fusion. Der D-förmige Supraleiter, der 24 Tonnen wiegt und ein Magnetfeld von 20 Tesla erzeugt – etwa 13-mal stärker als bei einem herkömmlichen MRT – ist der erste von insgesamt 18 Magneten, die gemeinsam eine torusförmige Konfiguration bilden sollen. Diese Magnetanordnung soll heiße, ionisierte Plasma-Teilchen bei Temperaturen über 100 Millionen Grad Celsius einsperren und komprimieren, um mehr Energie freizusetzen, als zur Anregung benötigt wird. Wenn dies gelingt, könnte Sparc als erste Fusionseinheit der Welt bereits im kommenden Jahr aktiviert werden. Die Magnete werden in einem 75-Tonnen-Stahlgehäuse, dem sogenannten Cryostat, montiert, das bereits im März 2025 platziert wurde. Um die notwendige Supraleitung zu erreichen, werden die Magnete auf -253 °C gekühlt, damit sie über 30.000 Ampere Strom leiten können, ohne Widerstand zu erzeugen. „Es ist ein Magnet, mit dem man theoretisch ein Flugzeugträger heben könnte“, sagte CFS-Chef und Mitbegründer Bob Mumgaard. Die Installation der restlichen Magneten soll bis Ende Sommer 2026 abgeschlossen sein. Parallel zur physischen Errichtung arbeitet CFS mit Nvidia und Siemens an der Entwicklung eines digitalen Zwillinges des Sparc-Reaktors. Siemens liefert die CAD- und Produktionssoftware, während Nvidia seine Omniverse-Plattform nutzt, um Echtzeit-Simulationen zu erstellen. Im Gegensatz zu früheren, isolierten Simulationsmodellen, die nur zur Designphase dienten, wird der digitale Zwilling nun kontinuierlich mit dem physischen Reaktor verglichen – ein Prozess, der es ermöglicht, Parameterexperimente virtuell durchzuführen, bevor sie in der Realität getestet werden. „Wir lernen schneller vom System, und die KI-Tools werden uns helfen, die Entwicklung zu beschleunigen“, betonte Mumgaard. Die Entwicklung von Sparc ist kostspielig: CFS hat bisher fast 3 Milliarden US-Dollar gesammelt, darunter eine 863-Millionen-Dollar-Serie-B2-Finanzierung im August 2025 mit Beteiligung von Nvidia, Google und rund drei Dutzend weiteren Investoren. Der folgende kommerzielle Prototyp, Arc, soll als erste kommerzielle Fusionanlage weltweit fungieren und wird nach Schätzungen weitere mehrere Milliarden Dollar kosten. Die Firma setzt auf KI und digitale Zwillinge, um die Herausforderungen der Fusionsforschung zu überwinden und die Energieerzeugung bis in die frühen 2030er Jahre auf das Stromnetz zu bringen. Industrieexperten sehen in der CFS-Entwicklung einen Wendepunkt: „Der digitale Zwilling ist der Schlüssel, um die Komplexität von Fusionsreaktoren zu beherrschen“, sagt Dr. Lena Weber, Forscherin am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik. „Wenn CFS das schafft, könnte die kommerzielle Fusion früher kommen, als viele dachten.“ CFS, gegründet 2018 an der MIT, positioniert sich als Pionier in der kommerziellen Fusionsforschung, unterstützt von einer starken technologischen und finanziellen Allianz. Die Kombination aus supraleitenden Magneten, KI-gestützter Simulation und agiler Entwicklung macht die Firma zu einem zentralen Akteur im globalen Rennen um saubere, beinahe unerschöpfliche Energie.
