OpenAI übertroffen Prognosen – AI-Investitionssuperzyklus beschleunigt sich
OpenAI ist laut einer neuen Analyse der Investmentbank Barclays erheblich schneller auf Kurs, als ursprünglich erwartet – selbst im Vergleich zu eigenen Prognosen. Die Analysten um Ross Sandler sehen in der überraschend starken Entwicklung des KI-Unternehmens einen weiteren Impuls für die laufende Superzyklus der KI-Infrastrukturinvestitionen. Trotz wachsender Bedenken hinsichtlich der hohen Kapitalintensität und möglicher Marktbubble zeigt OpenAI eine dynamische Wachstumsdynamik, die selbst die eigenen Erwartungen übertreffen könnte. Laut Schätzungen der Analysten liegt die Umsatzentwicklung von OpenAI aktuell etwa 15 Prozent über den Prognosen für 2025 und rund 50 Prozent über den Erwartungen für 2027. Diese Zahlen basieren auf Aussagen von CEO Sam Altman, der kürzlich ankündigte, dass OpenAI bis 2027 ein jährliches wiederkehrendes Einkommen von 100 Milliarden US-Dollar erreichen werde – ein Jahr früher als ursprünglich angenommen. Die überraschende Stärke des Wachstums wird auf mehrere Faktoren zurückgeführt: ein kontinuierlich steigendes Nutzerwachstum, eine stabile Umwandlung von kostenlosen zu zahlenden Nutzern sowie eine rasante Expansion der Geschäftsaktivitäten im Bereich Enterprise-Lösungen und des Application Programming Interface (API). Besonders der API-Bereich entwickelt sich weiterhin stark, da Unternehmen zunehmend auf OpenAI-Technologie setzen, um eigene KI-Anwendungen zu entwickeln. Analysten prognostizieren, dass ChatGPT bis 2028 etwa zwei Milliarden wöchentliche aktive Nutzer erreichen könnte – eine Entwicklung, die, kombiniert mit einer hohen Abonnementrate, entscheidend zum Erreichen der 100-Milliarden-Dollar-Zielmarke beitragen könnte. Zusätzlich zu den bestehenden Einnahmequellen entstehen neue monetäre Modelle: So könnte die Einführung von Werbung im kostenlosen ChatGPT-Modus sowie ein neuer „Agents-as-a-Service“-Ansatz – also digitale „Mitarbeiter“, die Aufgaben für Unternehmen übernehmen – die Einnahmen in den kommenden zwei Jahren erheblich steigern. Hinzu kommt die sogenannte Instant Checkout-Funktion, die über eine Provision bei Einkäufen im ChatGPT-Chat generiert. Diese neuen Ströme tragen zur Diversifizierung und Stärkung der Einnahmenbasis bei. Die steigenden Einnahmen haben direkte Auswirkungen auf die Nachfrage nach Rechenleistung. Laut Barclays wird OpenAIs Compute-Budget von 2024 bis 2030 voraussichtlich 450 Milliarden US-Dollar überschreiten, wobei die Gesamtschuldenbelastung auf rund 650 Milliarden US-Dollar steigen könnten, wobei Teile dieser Verpflichtungen auch jenseits von 2030 liegen. Diese massive Investition in Infrastruktur unterstreicht die strategische Bedeutung von KI für die Zukunft. Die Analysten sehen darin kein Zeichen für eine Überhitzung, sondern eine Fortsetzung des KI-Investitionssuperzyklus. „Wir erwarten, dass die anderen Labore ihre Investitionen weiterhin intensivieren und die Hyperscaler ihre Ausgaben trotz Bedenken beibehalten werden“, schreiben Sandler und Kollegen. Die Dynamik ist so stark, dass OpenAI nicht nur die eigene Prognose übertreffen, sondern die gesamte Branche in Bewegung halten könnte. In der Branche wird die Entwicklung als beispielhaft für die rasche Skalierbarkeit und Monetarisierbarkeit von KI-Technologien angesehen. OpenAI, gegründet 2015 und mit Sitz in San Francisco, ist ein führendes Unternehmen im Bereich generativer KI und hat mit Produkten wie ChatGPT, DALL·E und den API-Services eine globale Präsenz aufgebaut. Die Partnerschaft mit Microsoft, das mehrere Milliarden in das Unternehmen investiert hat, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Experten warnen zwar vor einer möglichen Überbewertung, sehen aber in der aktuellen Dynamik eine Bestätigung der langfristigen KI-Transformation.
