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Google KI rivalisiert bei Krebsfrüherkennung

Eine bahnbrechende Studie, die von Imperial College London, Google und verschiedenen NHS-Standorten durchgeführt wurde, hat ergeben, dass künstliche Intelligenz bei der Brustkrebsfrüherkennung menschliche Radiologen nicht nur erreicht, sondern in bestimmten Bereichen übertrifft. Die Forschung umfasst mit 175.000 Frauen die bisher größte Untersuchung des NHS zum Einsatz von KI im Brustkrebs-Screening. Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Nature Cancer veröffentlicht wurden, zeigen, dass das KI-System mehr invasive Krebsfälle und insgesamt mehr Krebserkrankungen detektierte, während es gleichzeitig deutlich weniger falsch-positive Befunde verzeichnete und weniger Frauen zur Nachuntersuchung einbestellte als menschliche Leser. In Großbritannien wird Brustkrebs am häufigsten diagnostiziert, wobei alle zehn Minuten eine Frau erkrankt. Gleichzeitig herrscht bereits ein Mangel von 29 Prozent an klinischen Radiologen, der sich bis 2029 voraussichtlich auf 39 Prozent erhöhen wird. Das vorgestellte KI-Tool könnte diese Engpässe entschärfen und Frauen früher diagnostizieren, während es die Arbeitsbelastung der Fachärzte signifikant reduziert. Das Studium bestand aus drei Teilen. Im ersten Teil, einer retrospektiven Analyse von 125.000 Frauen, zeigte sich, dass der Einsatz der KI als zweiter Leser die Entdeckungsrate von Krebs von 7,54 auf 9,33 pro 1.000 Frauen steigerte. Die KI identifizierte zudem 25 Prozent der sogenannten Intervallkrebsfälle, also Krebsarten, die zwischen den normalen Screening-Terminen entdeckt wurden. Besonders bei Erstuntersuchungen sank die Zahl der Einladungen zur Nachsorge um fast 40 Prozent. Zudem verringerte sich die benötigte Lesezeit für Scans durch den KI-Einsatz um rund ein Drittel, was einer enormen Entlastung des Personals gleichkommt. Der zweite Teil untersuchte 9.266 aktuelle Fälle in London. Obwohl die KI zunächst eine höhere Rate an Nachuntersuchungen aufwies, war sie in der Zeiteffizienz überlegen: Während ein menschlicher Leser durchschnittlich zwei Tage benötigte, schloss das System seine Analyse in weniger als 18 Minuten ab. Im dritten Teil, dem ersten Einsatz einer KI im Rahmen einer Schiedsentscheidung, wenn menschliche Leser unterschiedlicher Meinung waren, schnitt die KI vergleichbar gut ab. Sie trug sogar dazu bei, die Gesamtbelastung des Screenings zu senken. Experten sehen in diesen Ergebnissen einen Wendepunkt für das Gesundheitswesen. Dr. Susan Thomas von Google betonte, dass dies das erste Mal sei, dass Ärzte und KI unter klinischen Bedingungen rigoros getestet wurden. Professor Deborah Cunningham vom Imperial College Health care NHS Trust hob hervor, dass die durch die KI gewonnene Zeit Radiologen freisetzen würde, um sich auf manuelle Aufgaben wie Biopsien zu konzentrieren. Sie wies zudem darauf hin, dass die Technologie keine Bedrohung für die Jobs der Radiologen darstellt, sondern eine Chance bietet, ihre Expertise effizienter einzusetzen. Professor Fiona Gilbert von der Universität Cambridge ergänzte, dass die Erkenntnisse im Bereich der Schiedsentscheidungen entscheidend für zukünftige internationale Studien sein werden, um den Umgang mit Grenzfällen zwischen menschlicher und algorithmischer Diagnose zu optimieren.

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