xAI entlässt Hunderte aus Datenannotierungsteam
Elon Musks KI-Startup xAI hat nach Angaben von Business Insider am Freitagabend mindestens 500 Mitarbeiter:innen aus ihrem Datenannotierungsteam entlassen. Die Entlassungen betreffen laut internen E-Mails etwa ein Drittel der 1.500-köpfigen Mannschaft, die für die Datenannotation zuständig ist – eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des Chatbots Grok. In den Mitteilungen hieß es, das Unternehmen führe eine „strategische Wende“ durch: Die Fokussierung auf allgemeine KI-Tutoren werde reduziert, während Spezialist:innen in Bereichen wie Naturwissenschaften, Technik, Finanzen, Medizin und Sicherheit massiv ausgebaut werden sollen. „Wir brauchen die meisten allgemeinen KI-Tutor:innen nicht mehr“, hieß es in den E-Mails, die den Mitarbeitenden die Kündigung mit sofortiger Wirkung ankündigten. Die betroffenen Mitarbeiter:innen sollten bis Ende ihres Vertrags oder spätestens 30. November weiterbezahlt werden, ihr Zugang zu Unternehmenssystemen wurde jedoch bereits am Tag der Mitteilung gesperrt. Die Entlassungen folgen auf eine Reihe von Vorbereitungen: Nur wenige Tage zuvor wurden mehrere leitende Mitarbeiter:innen, darunter der ehemalige Teamleiter, aus dem Slack-Channel entfernt. Anschließend wurden Mitarbeiter:innen in Einzelgespräche gerufen, um ihre Aufgaben, Projekte und Leistungen zu besprechen. In einem weiteren Schritt wurden am Donnerstagabend alle Mitarbeiter:innen aufgefordert, innerhalb weniger Stunden Tests zu absolvieren, um ihre Stärken und Interessen zu ermitteln. Diese Tests, die auf Plattformen wie CodeSignal und Google Forms stattfanden, umfassten klassische Fachgebiete wie STEM und Programmierung, aber auch ungewöhnliche Bereiche wie „Persönlichkeit und Verhalten von Grok“ oder „Shitposter und Doomscrollers“. Auch Tests zur Sicherheit des KI-Systems, etwa durch „Red Teaming“, waren Teil des Prozesses. Die Tests wurden von Diego Pasini, neuem Teamleiter, angekündigt, der im Januar bei xAI angefangen hatte und laut LinkedIn aktuell von seinem Studium an der Wharton School der University of Pennsylvania suspendiert ist. Mehr als 200 Mitarbeiter:innen bestätigten die Nachricht mit einem grünen Häkchen, über 100 stellten Fragen. Einige kritisierten die kurze Frist, insbesondere da die Tests am Abend nach Feierabend angekündigt wurden. Ein Mitarbeiter, der diese Kritik äußerte, sah kurz darauf sein Slack-Konto deaktiviert. Am Freitagabend veröffentlichte xAI auf X (ehemals Twitter) eine Ankündigung, dass der Bereich der Spezialist:innen für KI-Tutoren um das Zehnfache ausgebaut werden soll. Das Unternehmen betont, dass es weiterhin in neue Bereiche wie Audio- und Videodatenannotation investiert. Die Entlassungen markieren einen tiefgreifenden Umbau im Arbeitsmodell von xAI, bei dem die Fokussierung auf qualifizierte Spezialist:innen statt auf allgemeine Annotatoren liegt. Die Umstrukturierung erfolgt in einem schnelllebigen Tempo, was bei den betroffenen Mitarbeitenden Verwirrung und Unzufriedenheit ausgelöst hat.
