Uber setzt auf Amazons KI-Chips
Amazon hat seinen Konkurrenten Oracle und Google einen deutlichen Schlag versetzt, indem es Uber als Kunden für seinen Cloud-Service gewonnen hat. Am Dienstag gab das Technologieunternehmen bekannt, dass Uber seine Nutzung der AWS-Cloud-Dienste ausbauen und dabei vermehrt auf die eigenen Amazon-Chips setzen wird. Besonders im Fokus stehen dabei die Graviton-Prozessoren, die aufgrund ihres geringen Stromverbrauchs auf ARM-Architektur basieren, sowie eine neue Testphase für den KI-Chip Trainium3, der als direkte Alternative zu Nvidias Produkten konzipiert ist. Diese Entwicklung stellt weniger eine unmittelbare langfristige Bedrohung für Nvidia dar, sondern vielmehr eine klare Demarche von Amazon gegen die Cloud-Wettbewerber. Bis vor kurzem lieferte Uber noch einen Großteil seiner IT-Infrastruktur aus eigenen Rechenzentren. Im Jahr 2023 unterzeichnete der Fahrdienst jedoch massive Verträge mit Oracle und Google, um den Umstieg auf deren Cloud-Plattformen zu vollziehen. Uber hatte damals betont, dass es neben der Verlagerung enormer Datenmengen auch den Übergang zu ARM-basierten Compute-Instanzen in einer bisher von x86-Prozessoren dominierten Umgebung meistern müsse. Dabei wurde speziell auf ARM-Chips von Ampere hingewiesen, die ursprünglich in der Oracle-Cloud zum Einsatz kamen. Die Geschichte hinter Ampere zeigt die komplexe Vernetzung der Silicon-Valley-Wirtschaft. Das Unternehmen wurde von Renee James gegründet, einer ehemaligen Führungskraft von Intel, die befürchtete, die CEO-Position nicht zu erhalten. Mit Unterstützung ihrer Verbindungen, darunter ihre Position im Oracle-Vorstand, konnte sie das Startup aufbauen. Oracle hielt zunächst etwa ein Drittel der Anteile, woraufhin James ihr Mandat als unabhängiges Oracle-Direktorium aufgab. Im Dezember des letzten Jahres erwarb Softbank den größten Teil von Ampere, während Oracle seine Anteile mit einem beträchtlichen Gewinn von 2,7 Milliarden Dollar vor Steuern verkaufte. James verließ zudem Ende 2024 den Oracle-Vorstand. Oracle selbst finanziert mittlerweile den Aufbau von Rechenzentren für OpenAI und das Stargate-Projekt. Larry Ellison, der Gründer von Oracle, begründete den Verkauf von Ampere damit, dass die eigene Chip-Entwicklung für seine Datenzentren nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Stattdessen setzt Oracle nun auf den Kauf von Chips und hat umfassende Verträge mit Nvidia geschlossen. Interessanterweise sind Oracle, Softbank und Nvidia Teil eines Netzwerks aus Kreisgeschäften, die den enormen Ausbau von Datenzentren für OpenAI finanzieren sollen. Nun hat AWS jedoch einen weiteren wichtigen Kunden gewonnen. Uber schließt sich damit einer Reihe großer Technologieunternehmen an, darunter Anthropic, OpenAI und Apple, die aufgrund der in-house-entwickelten AWS-Chips ihre Partnerschaften vertieft oder neu abgeschlossen haben. AWS-CEO Andy Jassy kündigte bereits im Dezember an, dass der Trainium-Chip ein Geschäftsfeld im mehrstelligen Milliardenbereich darstellt. Der Gewinn des Uber-Vertrags unterstreicht die strategische Bedeutung von Amazons eigener Hardware-Entwicklung im Wettbewerb um die Cloud-Marktführung. Durch diese Entscheidung signalisiert Amazon, dass proprietäre Chips eine kosteneffizientere und wettbewerbsfähigere Lösung bieten als die bisher favorisierten Produkte von Nvidia oder die Infrastruktur von Oracle und Google.
