Nutzer baut KI-Tamagotchi vor Metas Muse Charm
Der Tech-Autor Sean Hollister hat vor dem Marktstart von Metas KI-Anhänger Muse Charm ein eigenes tragbares KI-Gerät für rund 50 US-Dollar gebaut. Das Projekt basiert auf dem in China erhältlichen Waveshare ESP32-S3 1.75C, einem kleinen Touchscreen-Computer im Taschenuhren-Format, der von Meta offiziell als Grundlage für sogenannte Muse Gadgets anerkannt wird. Solche Geräte können über Metas offene Infrastruktur direkt mit der KI-Agenten Muse verbunden werden. Metas geplantes Muse-Charm-Konzept sieht einen KI-Assistenten mit animiertem Gesicht vor, der als Schmuck oder Anhänger getragen wird und mit dem Nutzer sprechen soll. Hollisters Eigenbau erreichte Ähnliches, litt zunächst aber an erheblichen Einschränkungen. Die Einrichtung war zwar simpel, doch das Gerät antwortete nur langsam, sprach nicht selbstständig, zeigte Antworten in unvollständigem Textformat an und konnte keine relevanten Befehle korrekt verarbeiten. Außerdem besaß es nur einen einzigen Avatar, kein brauchbares Smart-Home-Funktionieren und keinen sinnvollen Kameraauslöser. Erst durch intensive KI-unterstützte Entwicklung mit Claude Code ließen sich die meisten Schwachstellen beheben. Der Autor baute eine Chat-Historie, eine Sprachausgabe mit einer ElevenLabs-Stimme, eine zuverlässigere Push-to-Talk-Funktion, eine Kamerafernsteuerung mit Live-Vorschau über Bluetooth sowie mehrere Avatare und ein Tamagotchi-ähnliches Mini-Spiel ein. Zusätzlich ließ er eine funktionierende Uhr-Anzeige installieren. Der Bericht zeigt, dass die Hardware selbst nur begrenzt nützlich ist, wenn keine zusätzliche Software entwickelt wird. Hollisters Fazit ist kritisch: Ein dediziertes KI-Gerät sei vor allem dann sinnvoll, wenn es Aufgaben übernehmen kann, die ein Smartphone nicht erfüllt. Für ihn lag der Wert seines Projekts nicht im fertigen Produkt, sondern in der Möglichkeit, das Gerät frei und flexibel umzubauen. Ob Metas kommerzielles Muse Charm diese Offenheit bieten wird, bleibt offen. Zudem weist der Autor auf Sicherheitsbedenken hin, etwa beim Umgang mit persönlichen Daten und Netzwerkzugriffen.
