US-Regierung nutzt mehr KI, doch Personalmangel bremst Fortschritt
Das US-Bundeswesen beschleunigt die Integration künstlicher Intelligenz in seine Abläufe, doch Fortschritte werden weiterhin durch Personalmangel und eine risikoscheue Unternehmenskultur gebremst. Beide Trump-Administrationen sowie die Biden-Regierung haben die Nutzung von KI als strategische Priorität festgeschrieben, um Dienstleistungen zu verbessern, datengestützte Analysen zu fördern und die nationale Sicherheit zu stärken. Neue Untersuchungen der Brookings Institution zeigen jedoch, dass die Verbreitung der Technologie trotz Beschleunigung in den letzten drei Jahren stark ungleich verteilt bleibt. Die Analyse der Daten von 2023 bis 2025 deckt auf, dass die Nutzung von KI im öffentlichen Sektor zwar zunimmt, sich aber nach wie vor auf wenige große Behörden konzentriert. Während 2023 noch keine kleinen Agenturen KI einsetzten, waren es bis 2025 bereits elf. Insgesamt dokumentierten 41 Agenturen im Jahr 2025 mehr als 3.600 Projekte mit KI-Einsatz, was einer Steigerung von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dennoch entfielen im vergangenen Jahr mehr als drei Viertel aller KI-Aktivitäten auf fünf große Behörden mit jeweils über 15.000 Beschäftigten. Die Projekte reichen von der Effizienzsteigerung in Büroabläufen bis hin zu missionzentrierten Aufgaben wie der Verwaltung von Sozialleistungen, im Gesundheitswesen und bei Strafverfolgungsmaßnahmen. Dennoch bestehen erhebliche Disparitäten zwischen den Institutionen. Valerie Wirtschafter von der Brookings Institution, Autorin des Berichts, identifiziert mehrere zentrale Hindernisse. Dazu gehören veraltete Infrastruktur, Finanzierungsschwierigkeiten sowie ein generelles Misstrauen gegenüber der Nützlichkeit und Sicherheit von KI-Systemen. Ein besonders gravierendes Problem ist der Fachkräftemangel. Der Einstellungsprozess im öffentlichen Dienst ist oft langsam, und es fehlen klare Karrierewege für Technologieexperten. Die Entlassungen von nahezu 300.000 Bundesangestellten unter der zweiten Trump-Administration haben diese Situation verschärft, da damit auch viele neu eingestellte KI-Spezialisten die Organisation verlassen haben. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Stellenangebote für KI-Fachkräfte. Zusätzlich hemmt die risikoscheue Kultur der Behörden Innovationen. Das Prinzip der „Black Box" bei vielen KI-Modellen, bei dem die Entscheidungsfindung nicht immer nachvollziehbar ist, untergräbt das Vertrauen in die Systeme, insbesondere bei sensiblen Aufgaben. Auch die zunehmende Politisierung großer Sprachmodelle stellt eine Herausforderung dar. Während einige Modelle aufgrund politischer Voreingenommenheit oder vertraglicher Streitigkeiten wie beim Fall von Anthropic im Verteidigungsministerium skeptisch betrachtet werden, zeigt sich, dass die Adoption von KI oft durch politische und ethische Debatten verzögert wird. Wirtschafter empfiehlt dringend, diese strukturellen und kulturellen Barrieren anzugehen, um das volle Potenzial von KI für die öffentliche Verwaltung auszuschöpfen. Ohne gezielte Maßnahmen zur Personalbeschleunigung und zum Kulturwandel wird die KI-Integration im Bundeswesen voraussichtlich weiterhin hinter dem Bedarf zurückbleiben.
