Accel investiert erneut in Fibr AI, um Websites mit KI-Agenten personalisieren zu lassen
Fibr AI hat sich darauf spezialisiert, statische Websites durch autonome KI-Agenten in individualisierte, one-to-one-Erlebnisse zu verwandeln – ein Ansatz, der Accel dazu veranlasst hat, die Investition in das Startup zu verdoppeln. Während Werbung und Targeting bereits hochgradig personalisiert sind, bleibt die Webseite oft eine einheitliche, unveränderliche Schnittstelle. Fibr AI adressiert diesen Widerspruch, indem es KI-Agenten einsetzt, die den Besucherintentionen nachspüren, Inhalte dynamisch anpassen und Webseiten in Echtzeit optimieren. Die Plattform arbeitet als Schicht über bestehenden Websites und integriert sich in Werbe-, Analyse- und Kundendaten-Systeme, um kontinuierlich zu lernen und sich anzupassen. Im Gegensatz zu klassischen A/B-Tests oder manuell konfigurierten Regeln führt Fibr AI Tausende parallele Mikro-Experimente durch, wodurch Unternehmen ihre Experimentationsgeschwindigkeit und -tiefe deutlich erhöhen können. Bereits 2024 hatte Accel eine Pre-Seed-Runde von 1,8 Millionen US-Dollar finanziert; nun folgte eine Seed-Runde von 5,7 Millionen, unterstützt von WillowTree Ventures, MVP Ventures und mehreren angelsächsischen Investoren aus Fortune-100-Unternehmen, die auch als Berater tätig sind. Insgesamt hat Fibr AI nun 7,5 Millionen US-Dollar eingesammelt. Der Weg war zunächst langsam: Gegründet 2023 von Ankur Goyal und Pritam Roy, hatte das Startup zwei Jahre lang nur wenige Kunden. Doch seit letztem Jahr hat sich die Akzeptanz bei großen US-Unternehmen, insbesondere in der Bank- und Gesundheitsbranche, beschleunigt – aktuell zählt Fibr AI 12 Kunden. Die langfristigen Verträge (drei bis fünf Jahre) zeigen, dass Unternehmen die Plattform als standardisierte Infrastruktur sehen, die nach der Einrichtung im Hintergrund läuft. Der entscheidende Vorteil liegt in der Entkopplung von teuren Agenturen und Engineering-Teams. Statt Wochenlange Koordination für ein einziges Experiment reicht bei Fibr AI eine automatisierte KI-Infrastruktur, die kontinuierlich optimiert. Für Unternehmen bedeutet das eine signifikante Reduktion der Kosten pro Experiment und eine höhere Conversion-Rate. Accel-Partner Prayank Swaroop betont: „Werbeaktionen sind heute ein-to-one, aber die Webseite ist immer noch one-to-many.“ Fibr AI löst diesen Bruch – und das mit einem Modell, das sich nicht nur auf KI-Hype, sondern auf eine nachhaltige, skalierbare Betriebsweise stützt. Zukünftig könnte die Rolle von KI-Agenten als Vermittler bei der Online-Entdeckung eine zentrale Rolle spielen. Wenn Nutzer mit Chatbots wie ChatGPT vorab recherchieren, wird es entscheidend, dass Websites sich an die bereits vorhandenen Erkenntnisse anpassen können. Fibr AI positioniert sich frühzeitig für diese Entwicklung. Mit dem neuen Kapital will das San Francisco-basierte Startup seine Vertriebs- und Kundenservice-Teams in den USA ausbauen, während die technische Entwicklung in Indien weiter vorangetrieben wird – 17 von 23 Mitarbeitern arbeiten in Bengaluru. Obwohl der Markt von etablierten Playern wie Adobe und Optimizely dominiert wird, argumentieren Goyal und Swaroop, dass diese Plattformen durch ihre Abhängigkeit von Agenturen und Engineering-Teams langsam und unflexibel seien. Fibr AI hingegen setzt auf Agilität und Autonomie – ein Modell, das für die agenzienfreie, datengetriebene Zukunft der digitalen Erfahrung entscheidend sein könnte. Industrieexperten sehen in Fibr AI eine der wenigen Plattformen, die nicht nur die KI-Technologie, sondern auch das Geschäftsmodell neu denken. Die Fähigkeit, ohne menschliche Intervention kontinuierlich zu lernen und zu optimieren, könnte einen Paradigmenwechsel im Bereich der digitalen Personalisierung auslösen. Die Tatsache, dass regulatorisch strenge Branchen wie Banken und Gesundheitswesen bereits investieren, unterstreicht die Reife des Ansatzes. Fibr AI ist nicht nur ein Werkzeug für bessere Conversion-Raten, sondern ein Baustein für eine neue Ära des agentenbasierten Commerce.
