Biotech-Startup Nephrogen kombiniert KI und Gen-Therapie zur Heilung von Nierenerkrankungen
Demetri Maxim, der mit sieben Jahren miterlebte, wie seine Mutter an Nierenversagen litt und auf Dialyse angewiesen war, wurde selbst mit sieben Jahren mit Polyzystischer Nierenerkrankung (PKD) diagnostiziert – einer genetisch bedingten Erkrankung, die zu einer fortschreitenden Nierenschädigung führt. Nach einer erfolgreichen Nierentransplantation seiner Mutter blieb die Krankheit für Maxim eine ständige Herausforderung. Sein persönliches Leid wurde zur treibenden Kraft für eine bahnbrechende biotechnologische Innovation. 2021, während seines Studiums in computergestützter Biologie an der Stanford University und in Forschung unter Professor Vivek Bhalla, las er über eine Studie in Nature, die zeigte, dass PKD bei Mäusen mit CRISPR-Technologie rückgängig gemacht werden kann. Dies war der entscheidende „Aha“-Moment. Doch die große Hürde war die gezielte Zulieferung von Genbearbeitungsmitteln in die betroffenen Nierenzellen. Die herkömmlichen Vektoren, wie sie von der FDA zugelassen sind, sind ineffizient und können nicht präzise genug arbeiten. 2022 gründete Maxim Nephrogen, ein Biotech-Startup, das künstliche Intelligenz (KI) und hochdurchsatzfähige Screening-Methoden nutzt, um eine maßgeschneiderte Lieferplattform zu entwickeln. Nach dreijähriger Forschung behauptet Nephrogen, ein System geschaffen zu haben, das die Transporteffizienz von Genmedikamenten in die Niere um das 100-fache steigert – ein entscheidender Fortschritt. Nephrogen ist einer der 20 Finalisten im Startup Battlefield-Wettbewerb bei TechCrunch Disrupt 2025, der vom 27. bis 29. Oktober in San Francisco stattfindet. Die Firma plant, ab 2027 klinische Studien mit ihrer neu entwickelten Lieferplattform und einem dazugehörigen Genmedikament zu starten. Dazu sucht das Unternehmen eine Seed-Finanzierung in Höhe von 4 Millionen US-Dollar. Maxim, der selbst an PKD leidet, will an der klinischen Studie selbst teilnehmen – ein Zeichen für sein tiefes Engagement und die persönliche Dringlichkeit seines Unternehmens. Seine Erfahrung mit ständigen Rückenschmerzen, hohen Krankenhausaufenthalten und Nebenwirkungen der derzeitigen Therapien, die lediglich die Krankheitsprogression verlangsamen, unterstreicht die Notwendigkeit einer Heilung. Nephrogen könnte nicht nur ein Paradigmenwechsel in der Behandlung genetischer Nierenerkrankungen sein, sondern auch den Weg für die Therapie anderer zellulärer Erkrankungen ebnen. Industrieexperten sehen in Nephrogen eine der vielversprechendsten KI-basierten Biotech-Initiativen der letzten Jahre. Die Kombination aus präziser Genbearbeitung und intelligenter Vektor-Entwicklung könnte die Grenzen der Gentechnologie in der Nierenmedizin erweitern. Nephrogen, gegründet von einem ehemaligen Studierenden mit persönlicher Motivation, symbolisiert die Macht von Wissenschaft, die aus menschlichem Leid entsteht – und die Potenz, die künstliche Intelligenz in der medizinischen Forschung entfalten kann.
