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AI verändert Arbeitsplätze, doch Goldman will mehr hochqualifizierte Mitarbeiter einstellen.

Goldman Sachs-Chef David Solomon betont, dass Künstliche Intelligenz (KI) das Bankgeschäft nicht schrumpfen, sondern erweitern werde – und zwar durch eine höhere Qualität der Mitarbeiter. In einem Gespräch mit Axios erklärte er, dass KI es dem Unternehmen ermögliche, „mehr hochwertige Menschen“ einzustellen, weil die Technologie Routineaufgaben übernimmt und die Produktivität steigert. Für Solomon bedeutet KI daher nicht weniger Personal, sondern eine strategische Umorientierung: Statt zahlreicher Mitarbeiter mit standardisierten Aufgaben sollen künftig „hochwertige“ Fachkräfte im Fokus stehen, die tiefere Analysen, Kundenberatung und strategische Entscheidungen übernehmen können. Er betonte, dass die Bank in den kommenden zehn Jahren ihre Mitarbeiterzahl voraussichtlich erhöhen werde, da KI die Effizienz steigert und neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Trotz dieser Aussagen kündigte Goldman Sachs Anfang Oktober mit der Einführung von „OneGS 3.0“ eine „begrenzte Reduzierung von Stellen“ an, die Teil eines umfassenden AI-getriebenen Umbaus ist. Zudem werde die Personalwachstumsrate bis Ende des Jahres eingeschränkt. Ein Unternehmenssprecher bestätigte jedoch, dass Goldman Sachs Ende 2024 trotzdem mit einem Netto-Plus an Mitarbeitern rechnet. Die globale Belegschaft stieg im dritten Quartal um 5 % auf etwa 48.000 Mitarbeiter, was die Wachstumsdynamik unterstreicht. Solomon berichtete auf einer Konferenz Anfang Oktober, dass das Unternehmen bereits 6 Milliarden US-Dollar in Technologie investiert hat – ein Zeichen für die strategische Priorität, die KI innerhalb der Bank genießt. Er erwartet, dass Goldman Sachs in Zukunft „ein viel größerer Betrieb“ sein wird. Besonders im Bereich Softwareentwicklung erwartet er eine rasche Transformation: KI wird Entwicklungszyklen verkürzen und die Arbeit von etwa 12.000 Technikern grundlegend verändern. Dabei werde sich der Bedarf nach bestimmten Ingenieurprofilen kontinuierlich verschieben – eine Entwicklung, die laut Solomon kurzfristig zu mehr „Volatilität“ in bestimmten Berufsfeldern führen könnte. Die KI-Transformation ist auf Wall Street weit verbreitet: Banken, Hedgefonds und Asset Manager setzen massiv auf KI, um Analyseprozesse zu beschleunigen, Risiken besser zu bewerten und Kundenservices zu optimieren. Solomon sprach mit Axios kurz vor der „10.000 Small Businesses Summit“ in Washington, DC, wo er die Rolle von Technologie für die Wirtschafts- und Finanzwelt unterstrich. Industriebeobachter sehen in Solomons Ansatz einen konsistenten, langfristigen Blick auf KI: Während andere Unternehmen Kostensenkungen durch Automatisierung anstreben, positioniert Goldman Sachs KI als Wachstumstreiber. Die Kombination aus KI-Steigerung der Effizienz und gleichzeitiger Ausweitung des Personals deutet auf eine neue Ära der „intelligenten Skalierung“ hin – weniger Menschen, aber mehr Wert. Die Bank bleibt damit im Wettlauf um digitale Führung, wobei die Qualität der Mitarbeiter zunehmend wichtiger wird als die Quantität.

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