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TikTok-Deal: US-Übernahme mit chinesischem Algorithmus

TikTok könnte in Zukunft unter amerikanischer Führung weiterbestehen – und das, nachdem sich die USA und China einem umstrittenen Rahmenabkommen genähert haben, das die Zukunft der beliebten App entscheiden könnte. Laut Angaben von chinesischen Cyber-Sicherheitsbeamten, darunter Wang Jingtao, dem stellvertretenden Leiter der chinesischen Internetbehörde, soll das Abkommen die Lizenzierung des TikTok-Algorithmus und weiterer geistiger Eigentumsrechte beinhalten. Gleichzeitig wird ByteDance, der chinesische Mutterkonzern, die Verwaltung der US-User-Daten und Inhaltsicherheit übertragen. Dies könnte die zentrale Forderung der US-Regierung erfüllen, dass die Daten der amerikanischen Nutzer nicht mehr in China gespeichert oder kontrolliert werden. Ein zentrales Problem bei den Verhandlungen war stets der Algorithmus – die maschinelle Intelligenz, die für die personalisierten, viralen Videos verantwortlich ist, die TikTok zu einem globalen Phänomen gemacht haben. US-Beamte befürchteten, dass ein Zugriff auf den Algorithmus durch China Einfluss auf US-Bürger und deren Daten ermöglichen könnte. Doch nun scheint ein Kompromiss gefunden: Der Algorithmus soll nicht vollständig aus China abgezogen, sondern nach den USA exportiert und dort von US-Unternehmen mit amerikanischen Nutzerdaten neu trainiert werden. Laut Insiderberichten entwickelt TikTok bereits eine eigenständige US-Version, die nur noch teilweise auf den ursprünglichen chinesischen Algorithmen basiert. Die Vereinigten Staaten hatten 2024 ein Gesetz verabschiedet, das entweder eine App-Sperre oder eine Verkaufspflicht an amerikanische Investoren vorsah. Die Umsetzung war ursprünglich für Januar vorgesehen, wurde aber mehrfach verschoben – zuletzt auf den 17. September, also diesen Mittwoch. Treasury-Sekretär Scott Bessent bestätigte in Madrid, dass ein „Rahmen für ein TikTok-Abkommen“ erreicht wurde, wobei die endgültigen Vertragsbedingungen nach dem Treffen zwischen US-Präsident Trump und chinesischen Staatschef Xi Jinping am Freitag erwartet werden. Oracle, der Cloud-Anbieter, spielt eine zentrale Rolle: Die Firma hat bereits eine Partnerschaft mit ByteDance, um US-Nutzerdaten in ihren Rechenzentren zu speichern. Jetzt soll Oracle Teil eines Konsortiums werden, das die US-Operationen von TikTok übernimmt. Der Oracle-Chef und enge Vertraute Trumps, Larry Ellison, könnte damit zu einem der wichtigsten Eigentümer einer der weltweit einflussreichsten sozialen Plattformen werden. Mit über einer Milliarde mehr Nutzern als Elon Musks X (ehemals Twitter) und einem Marktwert, der Musk übertrifft, könnte Ellison zu einem der reichsten Menschen der Welt werden – ein Entwicklung, die Musk wohl nicht gerade beruhigt. Industrieexperten sehen in dem Kompromiss eine pragmatische Lösung: „Es ist ein Balanceakt zwischen Sicherheit und Innovation“, sagt eine Analystin der Gartner Group. „Die US-Regierung bekommt Kontrolle über Daten und Infrastruktur, China behält den Algorithmus – und TikTok bleibt erhalten.“ Dennoch bleiben Risiken: Die Überwachung der Datenflüsse, die Transparenz der Algorithmen und die langfristige Kontrolle durch US-Investoren werden kritisch beobachtet. Die nächsten Tage werden entscheiden, ob TikTok als digitale Brücke zwischen zwei Supermächten weiterleben kann – oder ob die geopolitischen Spannungen erneut zum Ausgang führen.

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