Facebook Dating testet KI, um Swipe-Ermüdung zu überwinden
Meta hat neue KI-Features für Facebook Dating vorgestellt, um Nutzern die Suche nach Partnern zu erleichtern und „Swipe-Erschöpfung“ zu bekämpfen. Zentraler Bestandteil ist ein neuer KI-Chatbot namens „Dating Assistant“, der in der Matches-Tab angeboten wird und schrittweise in den USA und Kanada eingeführt wird. Nutzer können dem Assistenten gezielte Anfragen stellen, wie zum Beispiel „Finde mir ein Mädchen aus Brooklyn, das in der Technik arbeitet“. Der Chatbot hilft außerdem dabei, das eigene Profil zu verbessern, etwa durch Tipps zur Bio oder Bildauswahl, und bietet Ideen für Dates. Ziel ist es, die Trefferquote bei potenziellen Partnern zu erhöhen und den Prozess der Partnersuche personalisierter und effizienter zu gestalten. Zusätzlich kommt die neue Funktion „Meet Cute“ hinzu, die Nutzern jede Woche eine zufällige, algorithmisch ausgewählte Verbindung vorschlägt. Meta beschreibt dies als „frische, einfache Möglichkeit“, die eigene Dating-Pool zu erweitern – besonders für Menschen, die sich von der ständigen Swipe-Praxis abgestoßen fühlen. Ähnliche Konzepte gab es bereits früher, etwa 2013 mit OkCupid’s „Crazy Blind Date“. Meta prüft derzeit, ob die Funktion auch mit anderen Frequenzen wie monatlich oder täglich angeboten werden kann. Nutzer können sich jederzeit von der Meet-Cute-Verbindung abmelden. Die Einführung der KI-Features ist Teil einer größeren Strategie von Meta-Chef Mark Zuckerberg, Facebook kulturell relevanter zu machen. Dazu gehören auch die Umstellung aller Facebook-Videos auf Reels-Format sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Spam. Trotz dieser Bemühungen bleibt Facebook Dating deutlich kleiner als Konkurrenten wie Tinder (50 Millionen tägliche Nutzer) oder Hinge (10 Millionen tägliche Nutzer). Laut Meta haben sich die Dating-Verbindungen bei Nutzern zwischen 18 und 29 Jahren im vergangenen Jahr um 10 Prozent erhöht, wobei Hunderttausende junge Menschen monatlich ein Profil erstellen. KI spielt in der Dating-Branche bereits eine zentrale Rolle. Match Group, der Mutterkonzern von Tinder, Hinge und OkCupid, hat vor einem Jahr eine Partnerschaft mit OpenAI eingegangen und mehr als 20 Millionen US-Dollar in KI-Innovationen investiert – ein riskantes Vorhaben, da das Unternehmen in den letzten fünf Jahren etwa 68 Prozent an Wert verloren hat. Die Investitionen brachten bereits konkrete Funktionen hervor: Tinder nutzt eine KI, die Fotos aus der Kamera roll auswählt, während Hinge KI-Tools für die Verbesserung von Antworttexten bei Profilfragen anbietet. Auch Bumble hat KI-Features integriert. Gründungschefin Whitney Wolfe Herd hatte zudem die Idee aufgebracht, dass künftig persönliche „KI-Konziere“ Dates mit anderen KI-Partnern führen könnten, um die Kompatibilität zu testen – eine Vision, die bei manchen Nutzern und Branchenkollegen für Diskussionen sorgte. Insgesamt zeigt die Entwicklung, dass KI nicht mehr nur ein technisches Hilfsmittel, sondern ein zentraler Bestandteil der modernen Dating-Strategie ist.
