HyperAIHyperAI

Command Palette

Search for a command to run...

Künstliche Intelligenz: Kurzfristige Leistungssteigerung, langfristig sinkende Kompetenzen

Künstliche Intelligenz (KI) kann Arbeitsleistungen kurzfristig steigern, doch langfristig droht sie, menschliche Fähigkeiten und Urteilsvermögen zu untergraben, warnt der Innovationstheoretiker John Nosta, Gründer des Thinktanks NostaLab. Laut Nosta wird KI oft als reiner Leistungsboost vermarktet – schneller schreiben, besser analysieren, effizienter arbeiten – doch diese Perspektive ignoriert eine tiefgreifende Gefahr: die Abhängigkeit und der nachfolgende Rückgang von Kernkompetenzen. Er beschreibt dies als „KI-Rückfall-Effekt“: Sobald die Technologie weg ist, sinkt die Leistung unter das ursprüngliche Niveau. Ein Beispiel aus der Medizin verdeutlicht das: Ein Arzt, der bei einer Koloskopie durch KI-Unterstützung kleinere Polypen besser erkennt, verliert nach einigen Tagen ohne KI-Unterstützung seine Fähigkeit, diese selbst zu erkennen – seine Fähigkeiten sind sogar schlechter als vor der KI-Nutzung. Ein weiteres Problem ist die Illusion von Kompetenz. Nosta warnt davor, dass KI das Selbstvertrauen der Mitarbeiter übersteigert, während ihre tatsächliche Fähigkeit stagniert oder sinkt. Dieser Effekt, den er als „gefährlich“ bezeichnet, wird von Wissenschaftlern wie Rebecca Hinds vom Work AI Institute und Nobelpreisträger Saul Perlmutter bestätigt: KI vermittelt den Eindruck von Verständnis, ohne echtes Wissen zu fördern. In kritischen Berufsfeldern kann dies zu riskanten Entscheidungen führen, wenn Mitarbeiter Aufgaben übernehmen, die über ihre eigene Urteilsfähigkeit hinausgehen. Nosta sieht eine wachsende „kognitive Abhängigkeit“, besonders bei jüngeren Berufsanfängern in KI-intensiven Branchen. Er betont: KI ist ein Werkzeug, das „mich klüger macht“, wenn sie bewusst eingesetzt wird. Doch wenn sie als Ersatz für eigenes Denken dient, „macht sie mich dummer“. Studien der Oxford University Press zeigen ähnliche Ergebnisse: KI beschleunigt das Lernen, führt aber zu oberflächlicherem Denken. Die britische Professorin Kimberley Hardcastle spricht von „Atrophie der epistemischen Wachsamkeit“ – der Fähigkeit, Wissen unabhängig zu prüfen und zu verifizieren. Um diese Entwicklung zu stoppen, fordert Nosta bewusste Widerstandskraft: „kognitive Hartnäckigkeit“, bewusste kognitive Anstrengung und den Einsatz von KI zum Lernen, nicht zum Umgehen von Lernen. In der KI-Ära, so Nosta, sei die größte Gefahr nicht intelligente Maschinen, sondern Menschen, die vergessen, ohne sie zu denken. „Erstmals in der Geschichte steht die menschliche Kognition vor dem Aussterben“, warnt er – ein alarmierender Hinweis auf die Notwendigkeit, kognitive Unabhängigkeit zu schützen und zu stärken.

Verwandte Links

Künstliche Intelligenz: Kurzfristige Leistungssteigerung, langfristig sinkende Kompetenzen | Aktuelle Beiträge | HyperAI