Reed Semiconductor sued Monolithic Power Systems wegen Patentverletzung
Reed Semiconductor Corp. hat am 25. April 2025 eine Patentverletzungsklage gegen Monolithic Power Systems, Inc. (MPS) beim Bundesgericht für den westlichen Bezirk von Texas eingereicht (Fallnummer: 6:25-cv-00449). Die Klage wirft MPS vor, das US-Patent Nr. 7,960,955 zu verletzen, das eine Technologie beschreibt, bei der ein linearer Regler zur Stabilisierung der Eingangsspannung in Leistungshalbleiterbausteinen eingesetzt wird. Diese Technologie ist Bestandteil mehrerer Produktfamilien von MPS. Reed Semiconductor, gegründet 2019 in Rhode Island durch Experten aus Design und Verpackung von Halbleitern, positioniert sich als Innovator in der Leistungsmanagement-Technologie für moderne Datenzentren und KI-Anwendungen. Die von Reed entwickelten Technologien wie Constant On-Time-Steuerung (COT), Smart Power Stage (SPS)-Architektur und DDR5-PMICs sind zentrale Bausteine für hocheffiziente Stromversorgungssysteme. Die Klage folgt einer Reihe von Rechtsstreitigkeiten, die MPS zwischen 2023 und 2025 vor dem Bundesgericht in Delaware eingeleitet hatte. Reed kritisiert, dass die Ermittlungen in diesen Fällen ergeben hätten, dass die Ansprüche von MPS unbegründet seien. Zudem wirft Reed MPS vor, bewusst Geschäftsbeziehungen und Verträge mit Dritten gestört zu haben, um Wettbewerber zu behindern – eine Praxis, die als schlechtes Geschäftsverhalten und strategische Störung bezeichnet wird. Wenkai Wu, CEO von Reed Semiconductor, kritisiert, dass MPS durch die Nutzung fragwürdiger Patente Wettbewerber einschüchtern und Innovation hemmen wolle. Er beschreibt die Produkte von MPS als „Nachahmungen“ und die Rechtsstreitigkeiten als Instrument zur Unterdrückung von Innovation, nicht zur Schutz von IP. Trotz seiner jungen Unternehmensgeschichte hat Reed erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung getätigt und kürzlich Produkte wie hocheffiziente Leistungsstufen, vertikale Stromversorgungsmodul (VPD), Multiphase-Controller und Zwischenbuswandler auf den Markt gebracht. Diese Lösungen finden bereits breite Akzeptanz bei Kunden in der Datenzentren- und KI-Industrie. Die Rechtsvertretung von Reed erfolgt durch das internationale Anwaltskanzlei Morgan Lewis LLP. Industriebeobachter sehen in dem Konflikt ein typisches Beispiel für die zunehmende Rechtsstreitigkeiten im Halbleitersektor, in denen Patente nicht nur zum Schutz von Innovation, sondern auch als strategisches Waffenarsenal genutzt werden. Analysten betonen, dass die Klage von Reed nicht nur eine Verteidigung von IP darstellt, sondern auch einen Versuch, den Wettbewerb im Leistungsmanagement-Sektor fairer zu gestalten. MPS gilt als führender Anbieter von DC-DC-Wandler-Chips, während Reed als aufstrebender Konkurrent mit Fokus auf hohe Effizienz und innovative Architekturen gilt. Die Entscheidung des Gerichts könnte weitreichende Auswirkungen auf die Patentstrategien im Halbleitermarkt haben.
