Meta erweitert AI-Tools von Rivalen für bessere Produktivität
Meta ist auf Kurs, einen „künstlichen Intelligenz-first“-Arbeitsplatz zu schaffen, und setzt dabei bewusst auf Tools von Wettbewerbern. CEO Mark Zuckerberg betont die zentrale Rolle der KI in der Unternehmensstrategie, und die internen Maßnahmen zeigen, dass das Unternehmen nicht nur auf eigene Modelle wie Llama setzt, sondern auch Google, OpenAI und andere Anbieter aktiv integriert. Laut internen Dokumenten und Mitteilungen an Mitarbeiter hat Meta ab Juni 2024 die Zugänge zu KI-Tools erheblich erweitert. So haben alle Mitarbeiter Zugriff auf Google’s Gemini 3 Pro und OpenAI’s ChatGPT-5, wie ein interner Post im November belegte. Neben diesen Tools sind auch spezialisierte Systeme wie Agentic Auto, Advanced Auto und iLlama – eine schnelle Version des Llama 3.1 – im Einsatz. Zudem nutzen Entwickler die KI-Code-Assistenten Devmate (mit Anthropic’s Claude) und experimentieren mit OpenAI’s Codex CLI und Google’s Gemini CLI. Die strategische Ausrichtung richtet sich nicht auf bestimmte Technologien, sondern auf Ergebnisse: höhere Produktivität, beschleunigte Entwicklung und optimale Nutzung agenter KI-Systeme, wie Reality Labs-Executive Maher Saba in einer November-Mitteilung betonte. Ein zentraler Schritt war die Migration der internen Produktivitäts-Infrastruktur auf Google Workspace – inklusive Gmail, Docs, Drive und Chat – im Sommer 2024. Meta begründete dies mit dem Ziel, „KI-getriebene Funktionen“ zu aktivieren und die Integration mit der wachsenden KI-Tool-Ökologie zu verbessern. Zudem wurde im Oktober die KI-Bildgenerierung von Midjourney intern freigegeben, um Designprozesse und kreative Prototypen zu beschleunigen. Die eigene interne KI-Assistentin Metamate, basierend auf Llama-Modellen, steht seit Jahren zur Verfügung, wird aber nun ergänzt durch die Vielfalt externer Lösungen. Um die Akzeptanz zu fördern, hat Meta eine spielerische Anreizstruktur eingeführt: Das interne Programm „Level Up“ belohnt Mitarbeiter mit Badges für den Einsatz von KI in verschiedenen Kontexten. Führungskräfte bewerten Leistungen zukünftig auch nach „KI-getriebenen Ergebnissen“, und diese Kriterien werden ab 2026 in die Leistungsbeurteilungen einfließen. Dies unterstreicht, dass KI nicht nur technologische, sondern auch kulturelle und organisatorische Veränderungen mit sich bringt. Industrieanalysten sehen in diesem Schritt eine klare Wende: Meta, das jahrelang auf die Eigenentwicklung von KI-Modellen setzte, erkennt nun, dass der Wettbewerb nicht nur in der Modellqualität, sondern in der Nutzung und Integration entschieden wird. Die offene Haltung gegenüber Drittanbietern zeigt, dass Meta die KI-Strategie als agiles, lernendes System versteht – weniger als „Eigentum“ an Modellen, sondern als Ressource für Innovation. Die Investitionen in Llama und die gleichzeitige Nutzung von GPT-5 oder Gemini deuten auf eine pragmatische, nicht ideologische Herangehensweise hin. Unternehmen wie Google und OpenAI profitieren indirekt von der breiten Nutzung ihrer Tools durch einen der größten Tech-Konzerne, was die Wettbewerbsdynamik in der KI-Industrie weiter verschärfen könnte. Meta positioniert sich damit nicht nur als KI-Entwickler, sondern als KI-Integrator – ein neuer, entscheidender Faktor im globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz.
