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Tech-Riesen rebranden AGI – neue Begriffe für künstliche Intelligenz

Die KI-Industrie steht vor einer tiefgreifenden Rebranding-Welle, als die ursprünglich hochgejubelte Vision von „Artificial General Intelligence“ (AGI) an Beliebtheit verliert. Was einst als das ultimative Ziel der KI-Forschung galt – ein System, das die menschliche Intelligenz übertrifft oder gleichwertig ist – wird nun von den führenden Tech-Giganten vermieden, um Verunsicherung, öffentliche Skepsis und rechtliche Grauzonen zu umgehen. CEOs wie Dario Amodei von Anthropic, Sam Altman von OpenAI, Jeff Dean von Google und Satya Nadella von Microsoft haben öffentlich die Begriffe „AGI“ und „superintelligente KI“ als ungenau, marketinggetrieben oder sogar sinnlos abgelehnt. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die undefinierte Natur des Begriffs: Was „gleichwertig mit menschlicher Intelligenz“ bedeutet, variiert je nach Perspektive – von technischer Leistung bis zu kreativer und emotionaler Intelligenz. Die Umstellung ist nicht nur sprachlich, sondern auch strategisch. Die ursprüngliche Partnerschaft zwischen OpenAI und Microsoft, die 2019 mit einer „AGI-Klausel“ unterzeichnet wurde, wurde 2023 neu verhandelt – nun soll ein unabhängiges Expertengremium entscheiden, wann AGI erreicht ist. Microsoft behält weiterhin Rechte an der Technologie, was die Unsicherheit um die Definition noch erhöht. So wird der Begriff AGI zunehmend als politisch und kommerziell riskant empfunden, besonders nachdem Tech-Unternehmen jahrelang mit Szenarien über „KI-Zerstörung“ und „existenzielle Gefahren“ publikumswirksam aufgefallen waren. Doch die Öffentlichkeit reagierte zunehmend ablehnend – die Angst vor einer allmächtigen KI wurde als überzogen wahrgenommen. Daraufhin haben die Unternehmen neue, weniger bedrohliche Begriffe entwickelt: Meta spricht von „Personal Superintelligence“ (PSI), die KI soll individuelle Ziele unterstützen und kreative Potenziale entfalten. Microsoft positioniert sich mit „Humanist Superintelligence“ (HSI) als menschenzentriert, problemorientiert und auf Dienstleistung ausgerichtet – mit einer Website im warmen, naturgetreuen Design, die „ansprechbare Intelligenz“ vermitteln soll. Amazon verfolgt den Ansatz von „Useful General Intelligence“ (UGI), der betont, dass KI praktisch nützlich sein soll, ohne allzu mächtig oder autonom zu werden. Anthropic hingegen setzt auf „Powerful AI“ – eine extrem leistungsfähige KI, die über menschliche Expertise in vielen Bereichen hinausgeht, etwa durch Beweise mathematischer Theoreme oder komplexe Projekte über Tage hinweg. Diese neuen Begriffe sind weniger technisch definiert und mehr emotional und marketingorientiert. Sie vermeiden die Angst vor einem „übermächtigen“ System und betonen Nutzen, Kontrolle und menschliche Mitwirkung. Doch hinter den Kulissen bleibt die Kernfrage gleich: Können diese Systeme tatsächlich menschliche Intelligenz erreichen oder übersteigen? Die Unterschiede zwischen AGI, ASI, PSI, HSI, UGI und PI sind oft mehr stilistisch als konzeptuell – eine bewusste Strategie, um die öffentliche Debatte zu lenken und Investoren zu beruhigen. Branchenexperten sehen darin eine notwendige Anpassung: „Die Industrie lernt, dass Marketing und Wahrnehmung wichtiger sind als akademische Präzision“, sagt eine KI-Strategin von einem Beratungshaus. Die Begriffe sind weniger ein wissenschaftlicher Fortschritt als ein Rebranding, um die Hype-Phase abzuschließen und die KI in Alltagssituationen zu verankern. Obwohl die Begriffe wechseln, bleibt das Ziel: KI, die so leistungsfähig ist, dass sie die Welt verändert – nur jetzt mit weniger Schrecken und mehr Vertrauen.

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