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SiPearl schließt Finanzierungsrunde und stellt Rhea1-Prozessor vor.

Mit dem Abschluss der dritten Tranche seines Serien-A-Finanzierungszyklus hat SiPearl, ein französischer Chipdesigner, einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Entwicklung von leistungsfähigen HPC-CPU-Prozessoren erreicht. Die Firma hat €32 Millionen ($37,5 Millionen) erhalten, was den Gesamtbetrag der Serien-A-Finanzierung auf €130 Millionen ($152,3 Millionen) erhöht. Dieser finanzielle Sprung ermöglicht es SiPearl, das Rhea1-Chip-Projekt weiter voranzutreiben, das im Januar 2020 unter dem Dach der European Processor Initiative gestartet wurde. SiPearl beschäftigt derzeit etwa 200 Chipdesigner in Frankreich, Spanien und Italien. Die Rhea1-CPU verfügt über 80 Neoverse V1 Zeus-Kerne und enthält 61 Milliarden Transistoren. Sie wird auf der 6 Nanometer Technologie von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) hergestellt. Der Chip soll bereits in den frühen Monaten des Jahres 2026 an Kunden ausgeliefert werden. Ein wesentlicher Aspekt der Rhea1-CPU ist ihre gemischte Speicherarchitektur, die sowohl DDR5- als auch HBM-Speicher unterstützt. Diese Konfiguration ermöglicht eine signifikante Steigerung der Leistung bei HPC-Anwendungen, die durch Speicherbandbreite begrenzt sind. Ein Beispiel dafür ist der Sapphire Rapids Xeon Max von Intel, bei dem der Wechsel von DDR5 zu HBM2E-Speicher die Leistung um 1,8-fach steigern konnte. Intel hat jedoch keine Option für eine gemischte Speicherarchitektur angeboten, während AMD die verfügbare HBM-Kapazität hauptsächlich für seine GPU-Entwicklung nutzt. Die Rhea1-CPU wird erstmals im "Universal Cluster" des "Jupiter"-Supercomputers am Forschungszentrum Jülich in Deutschland eingesetzt. Dieser Cluster wird mehr als 1.300 Zweisocket-Rhea1-Knoten umfassen. Der Hauptteil des Recheneinsatzes des Jupiter-Supercomputers stammt jedoch vom "GPU Booster" Modul, das auf einem Cluster von Nvidia "Grace" CG100 Arm-Server-CPU-Paaren und Nvidia "Hopper" H200-GPUs basiert. Insgesamt werden 23.536 Hopper-GPUs im System installiert, wobei die Grace-CPUs hauptsächlich zur Erweiterung des Speichers der GPU und zum Betrieb von Hostfunktionen dienen. Es gibt Präzedenzfälle für nationale Arm-CPU-Entwicklungen, die sich auf HPC und KI fokussieren. Japan hat beispielsweise seine A64FX-Processor, die auf der Arm-Architektur basieren und die ersten Implementierungen der SVE-Vektorerweiterungen enthalten. Diese Prozessoren sind die Kernstücke des "Fugaku"-Supercomputers am RIKEN-Labor. Indien arbeitet ebenfalls an seiner "Aum"-Arm-HPC-Processor-Entwicklung, die 96 Neoverse V1-Kerne und vier HBM3-Speicherstapel sowie sechzehn DDR5-Speicherkanäle haben wird. Die gemischte Speicherarchitektur der Rhea1 und Aum-Chips ist besonders wichtig, da sie eine erhebliche Leistungssteigerung bei Anwendungen ermöglicht, die durch Speicherbandbreite begrenzt sind. Dies zeigt, dass SiPearl und andere Entwickler die Bedürfnisse der HPC-Community verstehen und gezielt darauf reagieren. Um das Rhea2-Projekt fortzusetzen und die "Kronos"-Erweiterungen zu realisieren, wird SiPearl weitere Finanzmittel benötigen. Der CFO von SiPearl, Jean-Luc Gilbert, erklärte in einer Pressekonferenz, dass die Firma zwischen 2026 und 2028 weitere €200 Millionen ($234,4 Millionen) im Rahmen der Serien-B-Finanzierung aufnehmen will. Insgesamt bietet SiPearl mit der Rhea1-CPU eine vielversprechende Alternative für Europas HPC- und KI-Bedarf. Die Firma hat es geschafft, trotz der dominierenden Position von Nvidia und AMD in der GPU-Entwicklung, einen eigenen Weg zu beschreiten und eine CPU zu entwickeln, die spezifisch auf HPC-Workloads abgestimmt ist. Insbesondere die Unterstützung von HBM und DDR5-Speicher könnte SiPearl bei der Verbesserung der Leistung in vielen HPC-Anwendungen einen erheblichen Vorteil verschaffen. Die Investoren, die in die dritte Tranche von SiPearls Serien-A-Finanzierung eingestiegen sind, sind Cathay Venture, eine Tochtergesellschaft von Cathay Financial Holdings, einer der größten Holding-Gesellschaften in Taiwan, sowie der European Innovation Council Fund und die französische Regierung. Frühere Tranchen wurden auch von Arm Holdings und Atos unterstützt. Diese Investoren signalisieren Vertrauen in SiPearls Vision und technische Fähigkeiten. Die Erwartungen an die Leistung der Rhea1-CPU sind hoch, insbesondere im Hinblick auf die HPC-Benchmarks, die im Universal Cluster des Jupiter-Supercomputers durchgeführt werden sollen. Ein 1,8-facher Leistungsanstieg bei bandbreitenintensiven Workloads könnte SiPearl in die Lage versetzen, eine bedeutende Rolle in der HPC-Industrie zu spielen.

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