Mark Cuban: KI ist dumm, aber entscheidend für Unternehmen
Mark Cuban, der bekannte Milliardär und „Shark Tank“-Investor, sieht künstliche Intelligenz (KI) als entscheidenden Faktor für den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen – gleichzeitig warnt er vor deren Grenzen. Während er die transformative Kraft der KI als unbestritten bezeichnet, nennt er sie zugleich „dumm“, weil sie fehleranfällig und überzeugt wirkt, ohne wirklich zu verstehen. In einem Gespräch mit Adam Joseph, dem Gründer des Startups Clipbook, das eine siebenstellige Investition von Cuban erhielt, betonte er, dass Unternehmen, die KI nicht richtig nutzen, schnell hinterherhinken und scheitern werden. „Es wird zwei Arten von Unternehmen geben: diejenigen, die KI gut beherrschen, und alle anderen. Und die anderen werden scheitern“, sagte Cuban. Er sieht die aktuelle Phase der KI-Entwicklung noch in den frühen Stadien – „im ersten Innings des ersten Vorbereitungsspiels“ – trotz der Existenz von Generative-AI-Tools wie ChatGPT seit mehr als drei Jahren. Cuban warnt davor, alle KI-Tools als gleichwertig zu betrachten. Jedes hat spezifische Stärken und Schwächen, und CEOs müssen sich intensiv mit den Nuancen neuer Tools auseinandersetzen. Falsche Nutzung kann zu teuren Ablenkungen führen. Obwohl Tech-Riesen wie OpenAI, Google, Microsoft, Meta und Elon Musks xAI Milliarden in die KI-Entwicklung investieren, ist noch unklar, wer die dominierende Plattform werden wird. „Es ist zu früh, um zu sagen, wer gewinnt“, meint Cuban. KI verändert den Wert von Daten: „Daten sind heute wertvoller als Gold oder Öl.“ Doch die KI ist kein Allheilmittel. Cuban betont, dass KI-Modelle oft falsche Informationen liefern, sogenannte „Halluzinationen“ produzieren, veraltete Daten nutzen und ihre Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar machen. Sie erinnern sich an alles, aber verstehen nichts – wie ein Mensch mit einem überdurchschnittlichen Gedächtnis, der aber keine Einsicht hat. Besonders kritisch ist er, wenn es um den Umgang mit geistigem Eigentum (IP) geht. Unternehmen, die ihre Ideen oder Projekte öffentlich teilen, riskieren, dass KI-Modelle diese kostenlos lernen und nutzen. „Zwei Jahre, ein Jahr, zwei Monate, das war die Zeit, in der man alles online stellte, um klug zu wirken. Heute muss man vorsichtig sein“, sagt er. Forscher in Wissenschaft und Medizin müssen von einem „publish or perish“-Denken abrücken, da ihre Arbeiten KI-Modelle trainieren, ohne dass sie selbst davon profitieren. Cuban fordert eine strategische Haltung: Unternehmen müssen verstehen, was sie schützen, wem sie Informationen geben, ob sie IP verkaufen oder intern nutzen wollen. KI ist kein Ersatz für menschliche Urteilskraft, sondern ein Werkzeug – das nur dann wirkt, wenn es bewusst und mit Verständnis eingesetzt wird. Die Zukunft gehört nicht den Unternehmen, die KI einfach nutzen, sondern denen, die sie verstehen und ethisch verantwortungsvoll einsetzen. Industrieexperten sehen Cubans Ansicht als realistisch und dringend notwendig. „Er trifft den Nagel auf den Kopf: KI ist kein Zauberstab, sondern eine Strategie“, sagt eine Analystin von Gartner. Cuban selbst gilt als einer der wenigen Tech-Unternehmer, der sowohl Vision als auch praktische Erfahrung mit Start-ups und Investitionen vereint – ein Profil, das seine KI-Äußerungen besonders gewichtet macht.
