Snowflake kooperiert mit OpenAI und Anthropic im Kampf um Unternehmens-KI
Snowflake hat am Montag ein 200-Millionen-Dollar-Abkommen mit OpenAI bekanntgegeben, das die zunehmende Konkurrenz im Bereich Enterprise AI unterstreicht. Laut dem Vertrag erhalten Snowflakes 12.600 Kunden Zugriff auf OpenAI-Modelle über alle drei großen Cloud-Anbieter hinweg, während Snowflake-Mitarbeiter Zugang zu ChatGPT Enterprise erhalten. Zudem arbeiten die beiden Unternehmen gemeinsam an der Entwicklung neuer KI-Agenten und weiterer KI-Produkte. Snowflakes CEO Sridhar Ramaswamy betont, dass die Partnerschaft es Unternehmen ermögliche, ihre wertvollsten Daten mit der leistungsstarken KI-Intelligenz von OpenAI zu kombinieren, um verantwortungsvolle, sichere und vertrauenswürdige KI-Lösungen zu entwickeln. Das Ziel sei es, einen neuen Standard für KI-Innovation zu setzen, der Sicherheit, Compliance und Unternehmensvertrauen gewährleistet. Die Vereinbarung erinnert an eine ähnliche Partnerschaft, die Snowflake Anfang Dezember mit dem KI-Forschungslabor Anthropic geschlossen hatte – ebenfalls mit einem Volumen von 200 Millionen Dollar. Damals hatte Ramaswamy vergleichbare Aussagen getroffen: Die Zusammenarbeit solle Unternehmen die Möglichkeit geben, leistungsstarke KI-Modelle auf ihren bestehenden Daten zu nutzen. Baris Gultekin, Vice President of AI bei Snowflake, betont, dass das Unternehmen bewusst modell-agnostisch bleibe und keine Kunden an einen einzigen Anbieter binden wolle. Neben OpenAI und Anthropic sind auch Google und Meta als KI-Modelle auf der Snowflake-Plattform verfügbar. Auch ServiceNow hat in diesem Jahr ähnliche Doppel-Partnerschaften mit OpenAI und Anthropic abgeschlossen, um seinen Kunden und Mitarbeitern die Flexibilität zu geben, je nach Aufgabe das passende KI-Modell zu wählen. Diese Strategie zeigt sich als Trend: Unternehmen wollen nicht auf ein einzelnes KI-Ökosystem festgelegt sein, sondern nutzen mehrere Anbieter, um die jeweiligen Stärken der Modelle auszunutzen. Die genaue Marktdominanz bleibt unklar: Eine Umfrage von Menlo Ventures aus Ende 2025 zeigt Anthropic als Marktführer, während ein Bericht von Andreessen Horowitz OpenAI als führenden Akteur ausweist. Diese Widersprüche verdeutlichen, dass der Markt noch in Entwicklung ist. Doch die aktuellen Deals deuten darauf hin, dass Enterprise AI keine Einheitslösung wird – vielmehr könnte es eine Vielzahl von Akteuren geben, die sich überlappende Kundenbasis teilen. Unternehmen werden weiterhin mit mehreren KI-Anbietern zusammenarbeiten, um den besten Wert für ihre spezifischen Anforderungen zu erzielen. Die Zukunft des Enterprise AI könnte also weniger von einem klaren Sieger geprägt sein, sondern von einer dynamischen, modell-agnostischen Nutzung, ähnlich wie Nutzer zwischen Uber und Lyft wechseln, je nach Verfügbarkeit und Bedarf. Industrieexperten sehen in dieser Entwicklung eine notwendige Flexibilität, um KI-Einsatz in Unternehmen zu skalieren. Snowflake positioniert sich als neutrale Plattform, die KI-Modelle integriert, ohne sich auf einen Anbieter festzulegen. Das zeigt, dass der Erfolg im Enterprise-KI-Bereich weniger von der Technologie selbst, sondern von der Plattform-Integration und der Unternehmensbindung abhängt.
