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Künstliche Intelligenz und synthetische Biologie kämpfen gegen Antibiotikaresistenz

James J. Collins, Termeer-Professor für medizinische Ingenieurwissenschaft an der MIT und wissenschaftlicher Ko-Leiter des Abdul Latif Jameel Clinics für maschinelles Lernen in der Gesundheit, leitet ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das synthetische Biologie und generative Künstliche Intelligenz (KI) nutzt, um die globale Bedrohung durch antimikrobielle Resistenz (AMR) zu bekämpfen. Gefördert von Jameel Research, Teil des internationalen Netzwerks Abdul Latif Jameel, umfasst das dreijährige Projekt mit einer Gesamtfinanzierung von 3 Millionen US-Dollar zunächst die Entwicklung und Validierung programmierbarer Antibakteriellen an der Abteilung für biologische Ingenieurwissenschaft und dem Institut für medizinische Ingenieurwissenschaft der MIT. Ziel ist es, gezielte, neue antibakterielle Wirkstoffe gegen Schlüsselpathogene zu schaffen, die durch KI-optimierte kleine Proteine spezifische bakterielle Funktionen ausschalten. AMR, verursacht durch die Über- und Missbrauch von Antibiotika, hat die Ausbreitung von resistenten Infektionen massiv beschleunigt, während die Entwicklung neuer antibakterieller Therapien stagniert. Besonders betroffen sind Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, wo mangelhafte diagnostische Infrastruktur zu verzögerten oder ineffektiven Behandlungen führt. Das Projekt zielt darauf ab, eine neue Generation von präzisen, anpassungsfähigen Antibiotika zu schaffen, die durch künstlich gesteuerte Mikroben produziert und ausgeliefert werden. Diese „Designer-Moleküle“ sollen gezielt bestimmte bakterielle Mechanismen unterbinden, ohne das gesunde Mikrobiom zu schädigen – im Gegensatz zu herkömmlichen Breitspektrum-Antibiotika. Die KI spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie wird verwendet, um neue Proteinstrukturen zu entwerfen, die spezifisch gegen Resistenzmechanismen wirken. Diese computergestützten Ansätze beschleunigen den Entwicklungsprozess erheblich und ermöglichen die Identifikation von Wirkstoffen, die mit traditionellen Methoden schwer zu finden wären. Die synthetische Biologie ermöglicht es, Mikroben so zu modifizieren, dass sie diese Designerproteine produzieren und gezielt an Infektionsstellen abgeben können – eine Form von „intelligenter“ Therapie, die sich an veränderte Resistenzmuster anpassen kann. Collins betont: „Dieses Projekt spiegelt meine Überzeugung wider, dass die Bekämpfung von AMR sowohl mutige wissenschaftliche Ideen als auch einen klaren Weg in die praktische Anwendung erfordert.“ Jameel Research zeigte sich als engagierter Partner, der innovative, transferfähige Forschung an der MIT unterstützt. Mohammed Abdul Latif Jameel, Vorsitzender von Abdul Latif Jameel, unterstrich die Dringlichkeit der Herausforderung: „Antimikrobielle Resistenz ist eine der dringlichsten globalen Gesundheitsbedrohungen unserer Zeit. Ihre Bewältigung erfordert ambitionierte Wissenschaft und dauerhafte Zusammenarbeit. Wir freuen uns, dieses neue Projekt zu unterstützen und unsere langjährige Partnerschaft mit der MIT weiter zu stärken, um die globale Gesundheit zu fördern und eine widerstandsfähigere Zukunft zu schaffen.“ Die Forschung könnte einen Paradigmenwechsel in der Infektionsbekämpfung darstellen – von generischen Antibiotika hin zu personalisierten, adaptiven und gezielt wirkenden Therapien. Experten aus der Biotechnologie und öffentlichen Gesundheit sehen in der Kombination aus KI und synthetischer Biologie ein Schlüsselwerkzeug für die Zukunft der Infektionsmedizin. Die MIT-Gruppe ist bereits führend in der Entwicklung von „intelligenten“ biologischen Systemen, und dieses Projekt könnte die Basis für eine neue Generation von antibakteriellen Werkzeugen bilden, die weltweit eingesetzt werden können – besonders in Ressourcen-schwachen Regionen.

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