AI treibt weltweiten Infrastruktur-Ausbau und schafft neue Arbeitsplätze
Jensen Huang, CEO von NVIDIA, hat auf der Hauptbühne des Weltwirtschaftsforums in Davos eine umfassende Vision für die künstliche Intelligenz (KI) vorgestellt, die er als „größte Infrastrukturbautätigkeit in der menschlichen Geschichte“ bezeichnete. KI sei kein einzelnes Werkzeug, sondern ein fünfschichtiger Aufbau – von Energie und Chips über Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur bis hin zu KI-Modellen und der Anwendungsschicht. Jede dieser Schichten erfordere eigene Investitionen und Fachkräfte, was zu einem massiven Wachstum in Bereichen wie Baugewerbe, Elektrotechnik, Fertigung und Netzwerktechnik führe. Besonders die Anwendungsschicht, in der KI in Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen und Produktion eingesetzt wird, verspricht die größten wirtschaftlichen Effekte. Huang betonte, dass KI nicht Arbeitsplätze vernichtet, sondern neue Schafft – etwa in der Radiologie, wo KI die Analyse von Bildern beschleunigt, sodass Ärzte mehr Zeit mit Patienten verbringen können, was zu einem Anstieg der Nachfrage nach Radiologen führt. Ähnlich verhalte es sich im Pflegewesen: Durch KI-gestützte Dokumentation können Pflegekräfte ihre Arbeitszeit effizienter nutzen, was zu besseren Ergebnissen und mehr Beschäftigung führe. KI, so Huang, verändert nicht die Aufgabe, sondern verbessert deren Ausführung – und erhöht damit die Wertigkeit des Menschen in der Arbeit. Er plädierte dafür, KI als kritische Infrastruktur zu betrachten, vergleichbar mit Strom oder Straßen, und forderte Länder auf, eigene KI-Ökosysteme aufzubauen, die auf lokalen Sprachen und kulturellen Kontexten basieren. KI sei nicht nur für Hochschulabsolventen zugänglich, sondern „die einfachste Software, die je existiert hat“, und habe in nur zwei bis drei Jahren fast eine Milliarde Menschen erreicht. Dementsprechend sei KI-„Bildung“ so wichtig wie Führungskompetenz. Für Entwicklungsländer bietet KI eine Chance, bestehende Technologielücken zu schließen. In Europa sieht Huang besondere Potenziale in der Verbindung von Industriestärke und KI, um physische KI und Robotik voranzutreiben – eine einmalige Gelegenheit für Industrienationen. Die aktuelle Investitionswelle bestätigt die Relevanz: 2025 war das Jahr mit den höchsten Venture-Capital-Investitionen in der Geschichte, über 100 Milliarden Dollar gingen in KI-native Startups. Huang warnte, dass die notwendige Infrastruktur noch nicht ausreichend gebaut ist, und betonte: „Wir müssen investieren, um die Zukunft zu bauen.“ Fink fasste zusammen: Die Frage ist nicht, ob wir in einer KI-Blase stecken, sondern ob wir genug investieren. Er forderte eine breite Beteiligung – auch durch Pensionsfonds –, damit die Vorteile der KI nicht nur wenigen zugutekommen, sondern die gesamte Gesellschaft. Industrielle Experten sehen Huangs Ansatz als realistische und zukunftsweisende Einschätzung. Die Integration von KI in die Infrastruktur wird als unvermeidbar angesehen, besonders in Ländern mit starken industriellen Basen. Unternehmen wie NVIDIA, Abridge oder Cloud-Anbieter wie AWS und Microsoft Azure profitieren von der steigenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Die Entwicklung von KI-native Startups wird als treibende Kraft für Innovation und Beschäftigung angesehen. Die Fokussierung auf „Zweckorientierte Arbeit“ könnte eine neue Ära der menschlichen Produktivität einleiten – nicht durch Entfernung von Menschen, sondern durch ihre Entlastung von Routineaufgaben.
