Microsoft storniert Claude Code-Lizenzen
Microsoft bereitet den Ausstieg von der Claude Code-Lizenzierung vor, um die Nutzung des eigenen GitHub Copilot CLI zu stärken. Das Technologieunternehmen begann im Dezember vergangenen Jahres mit der Einführung von Claude Code von Anthropic für interne Entwickler, Designer und Projektmanager. Das Tool war bei den Mitarbeitern sehr beliebt, verdrängte jedoch zunehmend die Nutzung von Microsofts eigener Kommandozeilen-Lösung Copilot CLI. Der Experiences and Devices-Bereich, der für Produkte wie Windows, Microsoft 365 und Teams verantwortlich ist, plant, die Nutzung von Claude Code bis Ende Juni vollständig einzustellen. Quellen bestätigen, dass Mitarbeiter angehalten werden, ihre Arbeitsabläufe in den kommenden Wochen auf GitHub Copilot CLI umzustellen. Während Microsoft offiziell betont, die Entscheidung diene der Konsolidierung auf eine einzige agentic Command-Line-Interface-Lösung, deuten interne Einschätzungen auf finanzielle Gründe hin. Der 30. Juni markiert das Ende des aktuellen Geschäftsjahres, sodass die Stornierung der Lizenzen eine sofortige Einsparung der Betriebskosten für das kommende Jahr ermöglicht. Rajesh Jha, Executive Vice President der Abteilung, führte im internen Memo aus, dass Microsoft die Tools zunächst parallel nutzen wollte, um deren Leistung in realen Arbeitsumgebungen zu bewerten. Claude Code habe wertvolle Erkenntnisse geliefert, doch GitHub Copilot CLI biete die Möglichkeit, das Produkt direkt an die eigenen Repositories, Sicherheitsstandards und Engineering-Anforderungen anzupassen. Die Umstellung wird für Entwickler, die sich mit dem Codieren vertraut gemacht haben, eine Herausforderung darstellen, da Lücken zwischen den Produkten bestehen bleiben. Microsoft hatte zuvor erwogen, das KI-Startup Cursor zu erwerben, um diese Lücke zu schließen, entscheidet sich nun jedoch für andere Partnerschaften, um regulatorische Bedenken zu vermeiden. Trotz des Endes der direkten Claude Code-Lizenzierung bleiben Anthrups Modelle weiterhin über Copilot CLI, interne Modelle und OpenAI-Modelle verfügbar. Microsoft beabsichtigt, stärker in die Weiterentwicklung von Copilot CLI zu investieren und es tief in die eigenen Engineering-Workflows zu integrieren. Die Abhängigkeit von Claude Code hat die Nutzung von GitHub Copilot in den letzten Monaten zwar zurückgehen lassen, doch Microsoft plant nun, diese Zahlen wieder zu steigern. Interessanterweise ist die Vereinbarung mit Anthropic für Foundry-Kunden von dieser Entscheidung nicht betroffen. Parallel zu den internen Änderungen kündigte Microsoft mehrere andere Entwicklungen an. In Windows 11 wird ein neues Leistungsprofil mit dem Namen „Low Latency Profile" getestet, das die CPU-Frequenz kurzzeitig erhöht, um App-Ladezeiten zu verkürzen und die Reaktion des Systems zu verbessern. Der General Manager von Microsoft Israel, Alon Haimovich, tritt Ende des Monats zurück, nachdem Medien über interne Untersuchungen zur Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium berichtet hatten. Weitere Meldungen umfassen ein neues Angebot von Discord für Nitro-Abonnenten, das eine Xbox Game Pass Starter Edition beinhaltet, sowie ein vorzeitiges Leck des Spiels Forza Horizon 6. Im Zusammenhang mit dem laufenden Rechtsstreit zwischen Elon Musk und Sam Altman gab ein internes Memo aus dem Jahr 2018 Einblicke in Microsofts Sorge, OpenAI könnte nach einer Nicht-Investition zu Amazon wechseln. Zudem arbeitet Microsoft an der Erweiterung des Xbox Game Pass für den chinesischen Markt, den codenamen „Project Saluki" trägt, und plant, fehlerhafte Treiber in Windows künftig automatisch über Updates zu ersetzen.
