Warren fordert Klarheit zu Google Gemini und Nutzerdaten beim Einkauf
Sen. Elizabeth Warren (D-MA) hat Google erneut unter Druck gesetzt, nachdem das Unternehmen ankündigte, eine integrierte Kauffunktion über seinen KI-Chattbot Gemini einzuführen. In einem Schreiben an CEO Sundar Pichai wirft Warren Bedenken hinsichtlich der Nutzerdatenprivatsphäre auf und befürchtet, dass die Zusammenarbeit mit Einzelhändlern wie Shopify, Target, Walmart, Wayfair und Etsy dazu führen könnte, dass sensible Nutzerdaten missbraucht werden. Die neue Funktion basiert auf dem Universal Commerce Protocol (UCP), einem von Google gemeinsam mit diesen Partnern entwickelten Standard, der es KI-Systemen ermöglichen soll, nahtlos mit Einzelhändlern zu kommunizieren. Laut Warren könnte diese Integration dazu führen, dass Google und Händler Nutzerdaten aus verschiedenen Quellen – darunter Suchverläufe, Chatinteraktionen und Daten aus anderen Google-Diensten – zusammenführen, um Verbraucher gezielt zu beeinflussen. Besonders kritisch sieht sie, dass Google bereits zugestanden hat, „sensible Daten“ zu nutzen, um Händlern zu helfen, Kunden auf teurere Produkte umzulenken. Ein Beitrag auf X (ehemals Twitter) bestätigte, dass Händler „zusätzliche Premium-Produktoptionen“ anzeigen können, die auf Nutzerinteressen basieren. Warren fordert nun klare Antworten darauf, welche Daten genau an Händler weitergegeben werden, wie diese Daten die Preise beeinflussen könnten und ob Nutzer über die Ursachen von Produktempfehlungen informiert werden – insbesondere wenn diese auf Upselling-Zielen, Werbeanreizen oder persönlichen Daten beruhen. Sie stellt zudem die Frage, ob Google Shopping-Ergebnisse von Partnern gegenüber unabhängigen Händlern bevorzugt. Google hat bis zum 17. Februar Zeit, auf die Anfrage zu reagieren. Die Anfrage von Warren steht im Kontext einer wachsenden Aufmerksamkeit für die Verantwortung großer Tech-Unternehmen bei der Nutzung von KI und Nutzerdaten. Branchenexperten sehen in der Gemini-Checkout-Funktion einen potenziellen Wendepunkt: Während die Vereinfachung des Einkaufsprozesses durch KI durchaus Vorteile bietet, birgt die Kombination von persönlichen Daten mit kommerziellen Interessen erhebliche Risiken für Transparenz und Fairness. Experten warnen davor, dass solche Systeme leicht zu manipulativen Praktiken führen können, wenn sie nicht streng reguliert werden. Google, das bereits durch seine dominierende Stellung im Such- und Werbemarkt unter Beschuss steht, könnte durch diese Entwicklung erneut vor die Herausforderung gestellt werden, seine Marktmacht und datenschutzrechtliche Verantwortung zu beweisen. Die Reaktion auf Warrens Brief könnte daher nicht nur die Zukunft von Gemini beeinflussen, sondern auch die regulatorische Landschaft für KI-gestützte E-Commerce-Lösungen insgesamt prägen.
