Musk verteidigt Milliarden-Paket: „Corporate Terroristen“ im Fokus
Elon Musk beendete die jüngste Gewinnpräsentation von Tesla mit einer heftigen Abwehr seiner vorgeschlagenen Entlohnung im Wert von einer Billion Dollar. Er attackierte die Proxy-Beratungsfirmen ISS und Glass Lewis scharf, nannte sie „corporate terrorists“ und warf ihnen vor, durch ihre Einflussnahme auf Aktionäre die Unternehmensautonomie zu gefährden. Musk betonte, dass es ihm nicht um „Entlohnung“ gehe, sondern um die Sicherung ausreichender Stimmrechte, um Tesla in der nächsten Phase – geprägt von KI, Robotaxis und humanoiden Robotern – strategisch zu steuern. Er verlangte eine Stimmrechtsbeteiligung von etwa 20 bis 25 Prozent, um „starken Einfluss“ zu behalten, gleichzeitig aber weiterhin entlassbar zu sein, falls er „verrückt“ werde. Die neue Vergütung, die bis zu einer Billion Dollar in Aktien belaufen könnte, hängt von der Erreichung von 12 operativen Meilensteinen ab, darunter die Verkaufszahl von 12 Millionen Elektrofahrzeugen, einer Million humanoider Roboter, einer Million Robotaxis und die Steigerung des bereinigten Gewinns von 16,6 Milliarden auf 400 Milliarden Dollar bis 2024. Zudem soll die Marktkapitalisierung von Tesla auf 8,5 Billionen Dollar steigen. Sollte das Paket genehmigt werden, würde Musk seine Anteil am Unternehmen von aktuell 13 Prozent auf fast 29 Prozent erhöhen – eine dominante Kontrollposition. Die Aufsichtsräte warnten, dass Musk bei einer Ablehnung das Engagement reduzieren oder das Unternehmen verlassen könnte. Während ISS und Glass Lewis die Aktionäre zur Ablehnung aufrufen, gehen Analysten wie Cathie Wood von Ark Invest davon aus, dass das Paket mit großer Mehrheit angenommen wird. Kurz nach dem Call attackierte Musk die Beratungsfirmen erneut auf X (früher Twitter), kritisierte, dass große Indexfonds ihre Stimmrechte an diese Unternehmen auslagern, obwohl diese selbst keine Anteile an den Unternehmen besitzen. Er forderte, dass sie als Investmentberater registriert werden müssten – eine Forderung, die er als juristisch fragwürdig und sogar illegal bezeichnete. Die Debatte um Musk’s Vergütung ist nicht neu: Im Jahr 2023 hatte ein Gericht in Delaware sein ursprüngliches 2018-Entlohnungspaket – damals mit einem Wert von rund 56 Milliarden Dollar – für ungültig erklärt, da der Aufsichtsrat zu stark von Musk beeinflusst gewesen sei. Tesla reagierte mit einer erneuten Abstimmung, die im Juni 2024 mit großer Mehrheit positiv ausging. Kritiker warnen jedoch vor zu viel Macht in einer Hand und fragen, ob Musk durch seine vielfältigen Projekte – von SpaceX über Neuralink bis zu xAI – die Aufmerksamkeit von Teslas Kerngeschäft, dem Elektrofahrzeugbau, ablenkt. Die Abstimmung über das neue Paket findet am 6. November statt. Industrieanalysten sehen die Debatte als Symbol für den Konflikt zwischen Unternehmensführung und Aktionärsrechten in der Ära der Tech-Größen. Experten wie die Harvard-Professorin Shikhar Ghosh betonen, dass solche Pakete zwar Innovation fördern können, aber auch das Risiko einer zu hohen Konzentration von Macht bergen. Die Fokussierung auf langfristige Ziele ist für viele Investoren attraktiv, doch die mangelnde Transparenz und die Macht der Proxy-Firmen bleiben kritische Themen. Tesla bleibt mit einer Marktkapitalisierung von über 2,5 Billionen Dollar eine der wertvollsten Unternehmen der Welt, und Musk’s Rolle als Visionär und CEO ist weiterhin entscheidend. Sein Einfluss reicht über die Firma hinaus – in die KI-Entwicklung, Raumfahrt und künstliche Intelligenz. Die Entscheidung am 6. November könnte daher nicht nur die Zukunft von Tesla, sondern auch die Art und Weise, wie sich die Macht in globalen Technologiekonzernen strukturiert, beeinflussen.
