Chinas offene KI-Strategie treibt Wirtschaftswachstum voran
China setzt auf offene KI-Modelle, um den Nutzen der künstlichen Intelligenz breitflächig in der Wirtschaft zu verbreiten, wie Hisham Alrayes, CEO der bahrainischen GFH Financial Group, bei einer Podiumsdiskussion auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos betonte. Im Gegensatz zu den geschlossenen, proprietären Systemen großer US-Tech-Unternehmen verfolgt China eine Strategie, bei der KI als öffentlich zugängliche Infrastruktur fungiert, um Innovation und Wachstum in allen Sektoren zu fördern. Alrayes hob hervor, dass Chinas KI-Philosophie nicht auf den Gewinn einzelner Unternehmen abzielt, sondern darauf, den Nutzen über die gesamte Wirtschaft zu verteilen – ein fundamentaler Unterschied zur westlichen Herangehensweise. Dieser Ansatz spiegelt sich in der nationalen „AI plus Wirtschaft“-Initiative wider, die von Experten wie Gong Ke vom Nankai-Institut für Strategien der neuen Generation KI als zentrales Instrument zur Integration von KI in Produktion, Gesundheitswesen, Finanzen und Bildung beschrieben wird. Ziel ist es, bis 2027 70 Prozent der Unternehmen mit KI-Agenten und intelligenten Geräten auszustatten und bis 2030 diese Zahl auf 90 Prozent zu steigern. Ein prominentes Beispiel für diese Strategie ist DeepSeek, ein chinesischer KI-Anbieter, der sich auf offene Quellcode-Modelle konzentriert. Diese Offenheit ermöglicht es Entwicklern weltweit, auf gemeinsamen Fortschritten aufzubauen – ein Ansatz, den auch ehemalige Spitzenwissenschaftler wie Meta-Ex-Chef-Scientist Yann LeCun loben. Er betonte, dass offene Modelle oft effizienter und innovativer seien als geschlossene Systeme. Ebenso sieht ehemaliger Google-Chef Eric Schmidt in der Kosteneffizienz chinesischer KI-Lösungen einen globalen Wettbewerbsvorteil, besonders für Länder mit begrenzten Ressourcen. Alrayes fasste zusammen: „Es geht nicht um den Gewinn eines Unternehmens oder einer Person – es geht um die Wirtschaft insgesamt.“ Industriebeobachter sehen in dieser Strategie einen Paradigmenwechsel: Während westliche KI-Entwicklung oft von profitmaximierenden Tech-Giganten dominiert wird, positioniert sich China als Treiber einer kollektiven, infrastrukturorientierten KI-Transformation. Unternehmen wie DeepSeek und die staatlich geförderten AI-Initiativen zeigen, dass China nicht nur technologisch ambitioniert ist, sondern auch eine klare wirtschaftspolitische Vision verfolgt – KI als öffentliches Gut, das die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft stärkt. Dies könnte langfristig nicht nur den chinesischen Markt, sondern auch globale KI-Entwicklung nachhaltig beeinflussen.
