Intel-Produktionsengpässe: Ursachen und Auswirkungen auf die Branche
Intel hat in seinem Q3/2025-Gewinnaufruf eine deutliche Kehrtwendung in der KI-Strategie signalisiert, die weitreichende Konsequenzen für die Branche hat. Während die technischen Fortschritte im 18a-Prozess und die Verbesserungen bei den Xeon-CPUs positiv hervorgehoben wurden, zeigte sich ein klares Defizit in der KI-Trainingssparte. Intel gab an, dass seine KI-Hardware nun primär auf Inference, physische KI und agente Systeme ausgerichtet sei – nicht mehr auf das leistungsfähige Training von Modellen. Dieser strategische Rückzug wurde durch die Ankündigung einer engeren Zusammenarbeit mit Nvidia untermauert, insbesondere durch die Integration von NVLink. Doch diese Entscheidung birgt erhebliche Risiken: NVLink verpflichtet Partner zu einer technischen Abhängigkeit, die Nvidia nutzen kann, um Partner auszuschalten, sobald sich ein Markt für Eigenentwicklung lohnt. Historisch gesehen hat Nvidia dies bereits mehrfach bei ehemaligen Partnern wie Intel selbst (während des Sandy-Bridge-Übergangs) und anderen Unternehmen praktiziert. Die Zulassung von NVLink bedeutet, dass Intel künftig nur noch einen Kunden pro Xeon-Modell mit NVLink-Unterstützung hat – und dieser Kunde hat Alternativen. Die Margenverluste und strategische Abhängigkeit sind somit unvermeidlich. Zudem erweist sich die technische Integration als problematisch, da Intel keine Kontrolle über die Interoperabilität und zukünftige Entwicklungen behält. Parallel dazu erwähnte Intel eine anhaltende Engpässe in der Lieferkette, die bis ins nächste Jahr reichen sollen. Anfangs wurde der Mangel auf Intel selbst, insbesondere auf die 18a-Produktionslinie, schlechte SKU-Mischungen und niedrige Ausbeute zurückgeführt. Doch mehrere unabhängige Quellen aus dem x86-Bereich und bei OEMs bestätigten, dass diese Erklärungen nicht zutreffen. Stattdessen deutet die Quelle auf eine tiefere, systemische Ursache hin: Die sogenannte „Lieferengpässe“-Geschichte war in Wirklichkeit ein gezielter Markteinfluss, der möglicherweise von Wettbewerbern oder Marktpartnern gestartet wurde, um die Wahrnehmung von Intel zu schädigen. Die Tatsache, dass so viele hochrangige Akteure die Geschichte verbreiteten, obwohl sie nicht stimmte, zeigt, wie sensibel der Markt auf technologische und strategische Schwächen reagiert. In Wirklichkeit könnte der Engpass auf globalen Kapazitätsengpässen, z. B. bei Speicher- oder Fertigungsinfrastruktur, oder einer plötzlichen Nachfrage nach spezifischen Prozessoren liegen, die nicht unbedingt mit Intel verbunden sind. Insgesamt markiert der Q3/2025-Bericht einen Wendepunkt: Intel verliert nicht nur an KI-Training, sondern riskiert auch strategische Unabhängigkeit durch die NVLink-Abhängigkeit. Gleichzeitig wird der Markt durch Falschinformationen manipuliert, was die Wettbewerbsdynamik komplizierter macht. Branchenexperten warnen, dass Intel in der KI- und Prozessorentwicklung zunehmend in der Defensive agiert, während Nvidia weiterhin die technologische und ökonomische Dominanz behält. Die Fähigkeit, unabhängige, wettbewerbsfähige Architekturen zu entwickeln, ist entscheidend – und das ist genau das, was Intel durch die NVLink-Abhängigkeit gefährdet. Für die Branche bedeutet dies: Die Zukunft der CPU- und KI-Entwicklung wird zunehmend von wenigen Akteuren geprägt, und die Abhängigkeit von Plattformen wie NVLink könnte langfristig die Innovation hemmen.
