Intel-Aktie sinkt nach schwacher Prognose um 7 %
Intel-Aktien sackten um bis zu 7 Prozent ab, nachdem der Chiphersteller am Donnerstag Quartalszahlen vorlegte, die zwar die Erwartungen der Analysten übertreffen, aber eine schwache Prognose für das erste Quartal lieferten. Obwohl das vierte Quartal mit einem Umsatz von 12,51 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 5 Cent je Aktie leicht über den Erwartungen lag, prognostizierte Intel für das laufende Quartal einen Umsatz zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden Dollar sowie einen breakeven-Gewinn je Aktie – deutlich unter den erwarteten 5 Cent. Der Konzern verzeichnete im vierten Quartal einen Nettoverschuldung von 600 Millionen Dollar (12 Cent je Aktie), gegenüber einem Verlust von 100 Millionen Dollar (3 Cent) im Vorjahreszeitraum. Die hohen Erwartungen der Anleger, die den Kurs in den vergangenen 12 Monaten um 147 Prozent steigen ließen, wurden durch die Hoffnung auf einen Durchbruch im Foundry-Geschäft getragen – insbesondere den ersten großen Kunden für die eigenen Fertigungsanlagen. CEO Lip-Bu Tan betonte, dass die 18A-Fertigungstechnologie, die mit TSMCs 2-Nanometer-Technologie konkurriert, 2025 „übererwartet“ gezeigt habe und nun für die Serienproduktion von Chips wie dem Core Ultra Series 3 bereit sei. Finanzchef David Zinsner erklärte gegenüber CNBC, dass Kunden für die nächste Generation, die 14A-Technologie, erst im zweiten Halbjahr sichtbar werden, und dass die Investitionen in diese Technologie erst nach Kundenbestätigung steigen würden. Die schwache Guidance sei teilweise auf unzureichende Lieferkapazitäten für die saisonale Nachfrage zurückzuführen. Der Foundry-Bereich erzielte 4,5 Milliarden Dollar Umsatz, wobei ein Teil auf die Produktion eigener Chips entfällt. Besonders positiv fiel der Anstieg bei den Server-Chips aus, die für künstliche Intelligenz genutzt werden: Die Sparte Data Center & AI erreichte 4,7 Milliarden Dollar Umsatz – ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Gegensatz dazu sanken die Verkäufe von Laptop-Chips (Client Computing Group) um 7 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar. Die Investorenstimmung wurde zudem durch die Beteiligungen von US-Regierung, SoftBank und Nvidia gestärkt, wobei die 5-Milliarden-Dollar-Anteilsschließung an Nvidia im Quartal abgeschlossen wurde. In der Branche wird die Entwicklung mit gemischten Gefühlen gesehen. Experten begrüßen die Fortschritte bei der 18A-Technologie und die Wachstumsimpulse im AI-Segment, sehen aber die unzureichende Lieferkapazität und die vorsichtige Guidance als Risiko für die kurzfristige Profitabilität. Intel sei auf einem guten Weg, aber der Weg zurück an die Spitze der Halbleiterindustrie sei noch lang. Die Investitionen in die 14A-Technologie und die Suche nach Kunden werden entscheidend sein. Mit dem neuen Werk in Arizona und der strategischen Partnerschaft mit Nvidia könnte Intel langfristig wieder wettbewerbsfähig werden, doch die nächste Phase wird entscheidend sein.
