OpenAI bittet Trump-Regierung um Erweiterung von Steuergutschriften für Rechenzentren
OpenAI hat die Trump-Regierung aufgefordert, den Steuervorteil des Chips Act auf Datenzentren und zugehörige Infrastruktur auszuweiten. In einem Schreiben an Michael Kratsios, Leiter der wissenschaftlichen und technologischen Politik im Weißen Haus, argumentierten OpenAI-Chefglobal Affairs Chris Lehane und andere Führungskräfte, dass der 35-prozentige Advanced Manufacturing Investment Credit (AMIC), ursprünglich für Halbleiterfabriken vorgesehen, erweitert werden sollte, um auch AI-Server, elektrische Netze und Datenzentren zu umfassen. Ziel sei es, die Kapitalkosten zu senken, Investitionen zu entflechten und private Finanzierung zu mobilisieren, um Engpässe bei der AI-Infrastruktur in den USA zu überwinden. Die Forderung folgt auf die Verabschiedung des Chips Act durch die Biden-Regierung, der die nationale Wettbewerbsfähigkeit in der Halbleiterindustrie stärken soll. Neben der Steuervergünstigung fordert OpenAI zudem eine Beschleunigung der Genehmigungs- und Umweltprüfungsverfahren für Datenzentrenprojekte sowie die Schaffung einer strategischen Reserve an Rohstoffen wie Kupfer, Aluminium und verarbeiteten Seltenerdmetallen, die für die Herstellung von AI-Infrastruktur unerlässlich sind. Das Schreiben wurde Anfang Oktober veröffentlicht, erhielt aber erst durch Äußerungen von OpenAI-Executiven im November Aufmerksamkeit. Bei einer Veranstaltung des Wall Street Journal erklärte Finanzchefin Sarah Friar, die Regierung solle die Kredite für OpenAIs Infrastruktur „absichern“ – eine Formulierung, die sie später auf LinkedIn als missverständlich zurücknahm. Sie betonte, dass OpenAI keine staatliche Garantie für seine Datenzentren wolle. CEO Sam Altman unterstrich, dass das Unternehmen keine staatlichen Garantien für seine Projekte anstrebe und sich gegen eine Politik der „Wettbewerbsauswahl durch Regierungen“ ausspreche. Er betonte: „Steuerzahler sollten nicht Unternehmen retten, die schlechte Geschäftsentscheidungen treffen.“ Dennoch erwähnte er, dass Gespräche über Kreditgarantien für Halbleiterfabriken im Rahmen der US-Infrastrukturstrategie stattgefunden hätten. Altman kündigte zudem an, dass OpenAI bis Ende 2025 einen jährlichen Umsatz von über 20 Milliarden US-Dollar erreichen werde und bis 2030 auf Hunderte Milliarden wachsen könnte. Die Firma habe bereits 1,4 Billionen US-Dollar an Kapitalzusagen für die nächsten acht Jahre eingeworben. Die Forderungen von OpenAI spiegeln die wachsende Bedeutung von Infrastruktur für die KI-Entwicklung wider und zeigen, wie stark private Tech-Unternehmen auf staatliche Unterstützung setzen, um ihre Visionen zu realisieren – ohne dabei öffentliche Haushalte zu belasten. Industrieanalysten sehen in der Forderung eine strategische Bewegung, um die US-Infrastruktur für KI zu stärken. Experten betonen, dass die Erweiterung des AMIC sinnvoll sein könnte, um die KI-Revolution zu beschleunigen, warnen aber vor einer zu starken staatlichen Einflussnahme. OpenAI, gegründet 2015 und bekannt für KI-Modelle wie GPT, ist ein Schlüsselakteur in der globalen KI-Entwicklung. Die Firma gilt als Pionier in der Generativen KI und hat enge Beziehungen zu Investoren wie Microsoft, die die Infrastruktur für die KI-Entwicklung massiv unterstützen. Die aktuelle Forderung unterstreicht, dass der Erfolg der KI-Revolution nicht nur von technologischem Fortschritt, sondern auch von politischer und infrastruktureller Unterstützung abhängt.
