OpenAI mehrfach in "Code Red" – Altman erwartet weiteres Handeln
OpenAI-Chef Sam Altman hat in einem Gespräch im „Big Technology Podcast“ offenbart, dass das Unternehmen bereits mehrfach in einen „Code-Red“-Zustand versetzt wurde – und dies auch in Zukunft weiterhin geschehen wird. Der Notfallstatus, der bei OpenAI als Reaktion auf ernsthafte Wettbewerbsbedrohungen ausgelöst wird, sei kein Einzelfall, sondern Teil einer strategischen Reaktion auf die zunehmende Dynamik im KI-Wettlauf. Altman betonte, dass Paranoia und schnelles Handeln entscheidend seien, um die führende Position im Bereich Künstliche Intelligenz zu halten. Er prognostizierte, dass OpenAI diesen Zustand möglicherweise einmal oder zweimal jährlich durchlaufen werde – als Routine im Kampf um Innovationsvorsprung. Ein entscheidender Auslöser für den jüngsten „Code-Red“ war die Ankündigung von DeepSeek im Januar, deren KI-Modell vergleichbare Leistung wie OpenAIs ChatGPT-o1 erreiche, aber mit deutlich geringeren Kosten. Wenige Wochen später folgte die Veröffentlichung von Googles Gemini 3, das im November vorgestellt wurde und große Aufmerksamkeit erhielt. Obwohl Altman sagte, dass Gemini 3 nicht die gewünschte Auswirkung hatte, wie befürchtet, habe es doch Schwächen in OpenAIs Produktstrategie aufgedeckt – vor allem im Bereich der Integration von KI in komplexe Arbeitsabläufe. Als Reaktion darauf beschloss das Unternehmen, ChatGPT vorrangig weiterzuentwickeln und andere Projekte zeitweise zurückzustellen. Seitdem hat OpenAI schnell neue Funktionen veröffentlicht: Eine verbesserte KI-Modellversion für anspruchsvolle Aufgaben im Bereich Beruf, Programmierung und Forschung sowie ein neues Bildgenerierungsmodell. Diese schnellen Updates zeigen die Effizienz der internen Reaktion auf Krisensituationen. Altman erklärte, dass solche „Code-Red“-Phasen in der Regel sechs bis acht Wochen dauern und dann wieder abklingen. Der Begriff „Code Red“ ist mittlerweile auch bei anderen Tech-Riesen etabliert. So hatte Google bereits 2022 nach dem Debüt von ChatGPT einen ähnlichen Notfallstatus ausgerufen – trotz seiner frühen Forschungsbeiträge zur KI-Revolution. Dies verdeutlicht, dass die Branche zunehmend auf Krisenmanagement und agile Reaktionen angewiesen ist. Für OpenAI bleibt die Herausforderung, nicht nur technisch führend zu bleiben, sondern auch organisatorisch flexibel zu bleiben, um ständig neuen Bedrohungen begegnen zu können. Die Entwicklung zeigt, dass die KI-Ära weniger durch stabile Innovationszyklen als durch schnelle, reaktive Entwicklungsphasen gekennzeichnet ist. Unternehmen wie OpenAI und Google müssen künftig nicht nur vorantreiben, sondern auch schnell auf Gegenwehr reagieren – eine neue Norm im digitalen Wettkampf.
