Hochschulabbrecher lernt AI mit ChatGPT und arbeitet nun bei OpenAI
Ein Highschool-Absolvent, der nun bei OpenAI als Forschungswissenschaftler am Sora-Team arbeitet, berichtet, dass er mit Hilfe von ChatGPT Wissen auf Doktorandenniveau im Bereich Künstliche Intelligenz erworben hat. Gabriel Petersson, der 2019 die Schule in Schweden verließ, um einer kleinen Startup-Gruppe beizutreten, lernte Programmieren aus reinem Bedarf, als er Produkt-Empfehlungssysteme, Web-Scraping und Integrationen entwickeln musste. Auf dem Podcast „Extraordinary“ erklärte er, dass er einen „top-down-Ansatz“ verfolgte: Statt klassisch von Grundlagen aus zu lernen, stellte er sich zunächst konkrete Probleme, ließ ChatGPT Projekte vorschlagen und den zugehörigen Code generieren. Bei Fehlern arbeitete er gemeinsam mit dem Modell an der Fehlerbehebung und drillte schrittweise in die zugrundeliegenden Konzepte ein. „Plötzlich hatte ich alle grundlegenden Kenntnisse – ohne dass ich sie bottom-up erlernen musste“, sagte er. Sein Erfolg beruhe weniger auf akademischen Titeln als auf Ergebnissen. „Unternehmen wollen Geld verdienen. Zeig ihnen, dass du programmieren kannst und wie du Geld machst – dann nehmen sie dich an.“ Petersson, der vor seiner Tätigkeit bei OpenAI als Softwareingenieur bei Midjourney und Dataland arbeitete, wurde im Dezember 2023 offiziell in das Sora-Team aufgenommen. Sein Weg illustriert eine größere Trendwende in der Tech-Branche: Hochschulabschlüsse sind nicht mehr der einzige Weg zum Erfolg. OpenAI-Chef Sam Altman, selbst ein Stanford-Absolvent ohne Abschluss, äußerte kürzlich, er sei „neidisch auf die aktuelle Generation von 20-jährigen Dropouts“, da die Möglichkeiten, mit KI neue Produkte zu schaffen, heute unvorstellbar groß seien. Auch das Venture-Unternehmen Andreessen Horowitz betont in einer März-Post, dass die Gründungschancen für junge Menschen ohne Hochschulabschluss derzeit besser seien als in den letzten zehn Jahren. Palantir-Chef Alex Karp ging noch weiter und kritisierte die Bildungssysteme als „intellektuell falsch“. Sein Unternehmen startete eine viermonatige bezahlte Fellowship für Highschool-Absolventen, die nicht studieren. Diese Entwicklung zeigt, dass KI die traditionellen Karrierepfade auf den Kopf stellt – und dass praktische Fähigkeiten und Ergebnisse zunehmend wichtiger als formale Qualifikationen werden. Industrieexperten sehen in Peterssons Geschichte ein Symbol für eine tiefgreifende Transformation: „Wir sind am Ende des Zeitalters der akademischen Elite“, sagt eine Analystin von TechCrunch. „KI macht Wissen zugänglich, und Unternehmen suchen jetzt nach Lösungskraft, nicht nach Diplomen.“ OpenAI und andere Tech-Giganten setzen zunehmend auf Talent, unabhängig von Hintergrund – ein Wandel, der die Bildungssysteme weltweit herausfordert.
