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AI verändert Coding, aber Ingenieure bleiben gefragt

Künstliche Intelligenz wird Programmierjobs nicht ersetzen, sagt Anthony Goto, Senior-Engineer bei Netflix. In einem TikTok-Video betont er, dass der Fortschritt durch AI zwar die Zugänglichkeit zum Coden erhöhen wird – aber nicht die Nachfrage nach qualifizierten Entwicklern mindern wird. „Wir werden unglaubliche Fortschritte sehen, doch unser Hunger nach mehr Funktionen, mehr Apps und komplexeren Ökosystemen wird nur weiter wachsen“, sagt Goto, der über 15 Jahre Erfahrung bei Unternehmen wie Netflix und Uber vorweist. Er sieht AI nicht als Bedrohung, sondern als neue, hochgradig abstrahierte Programmiersprache, die die Arbeit vereinfacht, aber nicht ersetzt. Besonders besorgt sind junge Absolventen und Nachwuchsentwickler über ihre berufliche Zukunft, wie Goto aus Gesprächen mit Mentees weiß. Die Entwicklung agenter KI-Tools wie Anthropic’s Claude hat das Konzept des „Vibe Coding“ populär gemacht – also das Erstellen von Software mit minimaler manueller Codierung, gestützt auf KI-Vorschläge. Doch Goto rät, sich nicht auf diese Automatisierung zu verlassen. Stattdessen empfiehlt er, sich auf Systemdesign zu konzentrieren. „System Design ist genau das, was ich jungen Ingenieuren nahebringen möchte“, sagt er. In Zukunft werde dieses Wissen wie ein Werkzeug genutzt werden, um komplexe, skalierbare und effiziente Systeme zu entwerfen – eine Fähigkeit, die KI nicht vollständig übernehmen kann. Als Beispiel nennt er die Videospieleindustrie: Seit dem Erscheinen von Doom 1993 hat sich die Branche von einer Nische zu einem über 100-Milliarden-Dollar-Industrie entwickelt, die Hollywood-Talente einbindet. Die Einführung von Game Engines wie Unity oder Unreal Engine hat die Entwicklung zugänglicher gemacht, hat aber auch traditionelle System-Engineering-Arbeit entwertet – so wie John Carmack, der Schöpfer von Doom, 2025 auf X (früher Twitter) schrieb, dass vieles, was er einst selbst programmiert hat, nun so „unwichtig“ sei wie die Wartung von Streitwagenrädern. Heute dienen solche Engines nicht nur für Spiele, sondern auch für die Erstellung digitaler Sets, wie in Disney’s „The Mandalorian“. Goto räumt ein, dass seine Prognose nicht hundertprozentig zutreffen muss. Doch angesichts der historischen Entwicklung, bei der Technologie stets abstrahierende Schichten hinzufügt, die die Arbeit demokratisieren, sieht er einen klaren Bedarf an qualifizierten Ingenieuren. „Wir haben das schon oft gesehen: Wenn wir Dinge stark abstrahieren, wird der Prozess zugänglicher – und das schafft nicht weniger Arbeit, sondern neue, anspruchsvollere Aufgaben.“ Bewertung und Hintergrund: Industrieanalysten teilen Gotos Sichtweise: KI wird Routinearbeit reduzieren, aber die Nachfrage nach tiefem technischem Verständnis, insbesondere in Systemarchitektur, Sicherheit und Skalierbarkeit, steigt. Unternehmen wie Netflix, Google und Amazon investieren massiv in Systemdesign-Trainings. Gotos Position spiegelt eine wachsende Bewegung wider, die von „AI-Übernahme“ zu „AI-Unterstützung“ wechselt. Seine Erfahrung bei Netflix und Uber unterstreicht die Relevanz seiner Einschätzung – eine Stimme aus der Praxis, die den Wert menschlicher Expertise in der KI-Ära neu definiert.

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