Skana Robotics ermöglicht sichere Unterwasser-Kommunikation für Roboterflotten
Unterseeische Roboterflotten könnten künftig eine entscheidende Rolle in militärischen Operationen spielen, doch bisher war die Kommunikation zwischen ihnen über große Entfernungen unter Wasser äußerst eingeschränkt – meist mussten die Fahrzeuge an die Oberfläche steigen, um Signale auszutauschen. Dies stellte jedoch ein hohes Risiko dar, da sie dadurch entdeckt werden konnten. Skana Robotics, ein in Tel Aviv ansässiges Startup, hat nun eine bahnbrechende Lösung entwickelt, die es mehreren unterseeischen Fahrzeugen ermöglicht, sich über weite Strecken unter Wasser miteinander zu verbinden – und das ohne die Notwendigkeit, an die Oberfläche zu kommen. Zentrales Element ist die künstliche Intelligenz, doch nicht in Form der gängigen großen Sprachmodelle, sondern durch spezialisierte, mathematisch fundierte Algorithmen, die für Stabilität, Vorhersagbarkeit und Echtzeitentscheidung optimiert sind. Die von Skana entwickelte Softwareplattform SeaSphere ermöglicht es, eine Flotte von autonomen Unterwasserfahrzeugen zu koordinieren, sodass diese Daten austauschen, auf Umgebungsreize reagieren und ihre Aufgaben dynamisch anpassen können – alles unter Wasser. Die Roboter können beispielsweise ihre Route ändern, um eine Bedrohung zu umgehen oder eine neue Aufgabe zu übernehmen, ohne dass menschliche Eingriffe erforderlich sind. Dies erhöht nicht nur die Effizienz, sondern auch die Sicherheit und Tarnung der Operation. Skana betont, dass die Technologie auch für den Schutz unterseeischer Infrastruktur wie Pipelines, Kabel und Hafenanlagen von großer Bedeutung sein könnte, insbesondere in Zeiten steigender maritimer Spannungen, wie sie durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine entstanden sind. Idan Levy, Co-Gründer und CEO von Skana Robotics, erklärte gegenüber TechCrunch, dass die zentrale Herausforderung bei multivessel-Operationen die Kommunikation sei – sowohl an der Oberfläche als auch unter Wasser. „Wir lösen das Problem, wie man Hunderte von unbemannten Fahrzeugen in einer Operation einsetzen, Daten austauschen und unter Wasser kommunizieren kann“, so Levy. Die Entwicklung wurde maßgeblich von Teddy Lazebnik, einem AI-Wissenschaftler und Professor an der Universität Haifa, vorangetrieben. Er betonte, dass die Wahl älterer, mathematisch fundierter Algorithmen bewusst war: „Die neuen, leistungsstarken Modelle sind oft unvorhersehbar. Wir setzen auf Erklärbarkeit, Stabilität und Allgemeingültigkeit – das ist entscheidend für sicherheitskritische Anwendungen.“ Skana Robotics wurde 2024 gegründet und trat erst kürzlich aus dem Stillstand hervor. Derzeit konzentriert sich das Unternehmen auf den Verkauf an Regierungen und Unternehmen in Europa. Ein großes Regierungsprojekt steht bereits in Gesprächen und könnte bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Für 2026 plant Skana den Markteinstieg der kommerziellen Version ihrer Plattform und will ihre Technologie in realen Einsätzen unter Beweis stellen. „Wir wollen zeigen, dass wir eine Operation im großen Stil managen können“, sagt Lazebnik. „Wir wollen, dass Admiräle aus der EU selbst sehen, dass unsere Lösung funktioniert.“ Die Technologie könnte einen Paradigmenwechsel im Bereich der maritimen Sicherheit und autonomen Unterwasseroperationen darstellen. Experten sehen in Skanas Ansatz eine vielversprechende Antwort auf die Herausforderungen der sicheren, skalierbaren und autonomen Kommunikation unter Wasser – besonders in geopolitisch angespannten Regionen.
