Ex-Meta- und Google-Mitarbeiter gründet AI-Startup für Haushaltsfinanzen
Jason White, 46, ein ehemaliger Technologie-Experte bei Google und Meta, hat im September 2025 seinen Posten bei Meta aufgegeben, um gemeinsam mit einem Co-Gründer ein Startup namens Bear Financial zu gründen. Der ehemalige Tech-Lead bei Gmail und späterer AI-Entwickler bei Google Search und Meta wollte sich künftig ganz auf die Entwicklung von KI-gestützten Lösungen für die finanzielle Planung privater Haushalte konzentrieren. Seine Motivation entstammt persönlichen Erfahrungen: Als ehemaliger Studierender mit geringem Einkommen, der eine neue Familie versorgen musste, kannte er die Belastung, die fehlende Zugänge zu professionellen Finanztools mit sich bringen kann. In den Jahren 2024 bis 2025 erkannte er, dass er innerhalb großer Tech-Unternehmen nicht die Freiheit fand, sein KI-Engagement in einem produktiven, gesellschaftlich relevanten Kontext umzusetzen. Nach einem Wechsel von Google zu Meta im Jahr 2024, wo er in einer hochdotierten, ressourcenstarken Umgebung arbeitete, begann er, über einen Karriere-Wechsel nachzudenken. Die Entscheidung fiel nicht leicht – er war emotional an seinem Team und der finanziellen Sicherheit gebunden. Um Risiken zu minimieren, sorgte er vor: Er reduzierte seine 401(k)-Beiträge, erhöhte die liquiden Rücklagen und stellte sicher, dass die Familie mindestens ein Jahr ohne sein Einkommen überleben könnte, auch im Falle eines Einkommensausfalls seiner Frau. Zudem prüfte er rechtliche Hürden wie Non-Compete-Vereinbarungen, die bei einem KI-Start-up, das in einem ähnlichen Bereich wie sein früherer Job tätig ist, problematisch sein könnten. Sein Co-Gründer, ein Bekannter eines Freundes, half ihm, die Idee zu konkretisieren und die Entschlossenheit zu stärken. Im September 2025 trat er schließlich von Meta zurück. Die Reaktion seiner Kollegen war gemischt – viele zeigten Neid, da viele in der Tech-Branche den Wunsch haben, selbst zu gründen, aber aus finanziellen, rechtlichen oder familiären Gründen nicht können. Heute arbeitet White an Bear Financial, das in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 öffentlich lanciert werden soll. Das Unternehmen wird zunächst selbst finanziert (bootstrapped), wobei er die Ausgaben strikt verfolgt. Er betont die Bedeutung von finanzieller Vorbereitung, familiärer Unterstützung und einer tiefen Überzeugung von der eigenen Idee. Zudem rät er dazu, die schlechtestmögliche Entwicklung zu visualisieren und sich zu fragen, ob man damit leben könnte – für ihn war die Antwort ja, denn die Erfahrungen selbst wären wertvoll. Industrieexperten sehen in Whites Weg einen typischen, aber riskanten Schritt: „Der Wechsel von Big Tech zu einem Startup ist immer eine Entscheidung zwischen Sicherheit und Vision“, sagt eine Analystin von a16z. „Wer sich darauf einlässt, muss bereit sein, monatelang ohne Einkommen zu arbeiten und sich selbst als Motor des Unternehmens zu sehen.“ White und sein Co-Gründer haben bereits ein klares Ziel: die Vereinfachung der Finanzplanung für mittlere Einkommensgruppen durch KI-basierte Beratung, die personalisiert, zugänglich und vertrauenswürdig ist. Die Herausforderungen sind jedoch groß – von regulatorischen Hürden über Kundenakzeptanz bis hin zum Wettbewerb mit etablierten Finanz- und Tech-Unternehmen. Dennoch bleibt Whites Motivation stark: „Ich will den Schlag wagen. Selbst wenn es nicht klappt, habe ich gelernt, was zählt.“
