Meta-Aktie steigt nach starken Umsatzprognosen um 10 %
Meta-Aktien stiegen nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Mittwoch um bis zu 10 Prozent im After-Hours-Handel, nachdem das Unternehmen eine überraschend starke Umsatzprognose für das erste Quartal 2026 vorgelegt hatte. Meta erwartet Umsätze zwischen 53,5 und 56,5 Milliarden US-Dollar – deutlich über den Analystenschätzungen von 51,41 Milliarden. Finanzchefin Susan Li erklärte, dass diese Prognose auf starkem Nachfragevolumen im vierten Quartal 2025 und zu Beginn 2026 beruhe. Der Umsatz im vierten Quartal stieg um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wobei die Werbung mit 58,1 Milliarden Dollar fast 97 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte. Die Zahl der täglichen aktiven Nutzer lag bei 3,58 Milliarden – nahe bei den Erwartungen der Wall Street. Für das Jahr 2026 rechnet Meta mit Gesamtkosten zwischen 162 und 169 Milliarden Dollar. Die Kapitaleinlagen (CapEx) für künstliche Intelligenz sollen zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar betragen – deutlich über den erwarteten 110,7 Milliarden. Dies entspricht nahezu dem Doppelten des CapEx-Aufwands von 2025 (72,2 Milliarden Dollar), wie das Unternehmen betonte. Der Anstieg sei durch die verstärkte Investition in die Meta Superintelligence Labs und die Kerngeschäfte getrieben. CEO Mark Zuckerberg kündigte an, in den kommenden Monaten neue KI-Modelle zu veröffentlichen: „Ich erwarte, dass unsere ersten Modelle gut sind, aber vor allem werden wir die schnelle Entwicklung zeigen, die wir vollziehen. Im Laufe des Jahres werden wir kontinuierlich die Grenzen verschieben.“ Im Jahr 2025 hatte Meta erheblich in die KI-Entwicklung investiert, darunter 14,3 Milliarden Dollar für die Übernahme von Scale AI, um den Gründer Alexandr Wang und sein Team zu gewinnen. Wang leitet nun das Top-Tier-Team TBD, das für die Entwicklung fortschrittlicher KI-Modelle zuständig ist. Nach der enttäuschenden Reaktion auf das Llama-4-Modell im Frühjahr 2024 hat Meta ein neues, codenamens „Avocado“ genanntes Modell getestet, das im ersten Halbjahr 2026 vorgestellt werden soll. Der Bereich Reality Labs verzeichnete im vierten Quartal einen operativen Verlust von 6,02 Milliarden Dollar bei 955 Millionen Dollar Umsatz – knapp über den Erwartungen von Analysten. Seit 2020 hat der Bereich insgesamt fast 80 Milliarden Dollar Verluste erlitten. Vor kurzem hatte Meta mehr als 1.000 Mitarbeiter aus dem VR-Bereich entlassen, um Ressourcen auf KI und tragbare Geräte wie die Ray-Ban Meta Smart Glasses zu verlagern. Obwohl CTO Andrew Bosworth betonte, dass VR-Arbeiten nicht eingestellt werden, befürchten einige Entwickler einen „VR-Winter“ aufgrund der veränderten Strategie. Meta erwartet für 2026 ähnliche Verluste wie im Vorjahr, doch Zuckerberg sieht das Jahr als Höhepunkt und erwartet eine schrittweise Verbesserung. Regulatorische Herausforderungen in der EU und den USA könnten das Geschäft erheblich beeinträchtigen. Besonders hoch profilierte Gerichtsverfahren zu Kinderschutz und Datenschutz könnten zu erheblichen finanziellen Verlusten führen. Industrieanalysten sehen die aktuelle Strategie als riskant, aber potenziell profitabel: „Meta setzt alles auf KI – das ist mutig, aber die Realität ist, dass die Verluste in Reality Labs weiterhin drücken. Wenn die KI-Modelle nicht die Erwartungen erfüllen, könnte der Markt schnell enttäuscht sein.“ Meta, gegründet 2004 als Facebook, ist ein führender Player in sozialen Medien und KI-Entwicklung mit einer Marktkapitalisierung von über 2,5 Billionen Dollar. Die Fokussierung auf KI und die Reduzierung von VR-Investitionen signalisieren eine strategische Neuorientierung, die das Unternehmen in eine neue Wachstumsphase führen könnte – mit erheblichen Risiken.
