OpenAI startet ChatGPT für persönliche Finanzen
OpenAI hat im Rahmen der ChatGPT Pro-Benutzer in den USA eine neue Reihe von Werkzeugen für persönliche Finanzen in der Vorschauversion eingeführt. Nutzer können ab diesem Freitag ihre Bankverbindungen herstellen und Fragen zur Ausgabenanalyse sowie zur zukünftigen Finanzplanung stellen. Die technische Infrastruktur für die Kontoanbindung wurde durch eine Partnerschaft mit dem Finanzdienstleister Plaid bereitgestellt, wodurch eine Verbindung zu über 12.000 Finanzinstituten möglich ist, darunter bekannte Namen wie Chase, Fidelity und American Express. Nachdem die Konten verknüpft wurden, erhalten die Nutzer ein Dashboard, das Leistungsentwicklungen des Portfolios, Ausgaben, Abonnementkosten und anstehende Zahlungen übersichtlich darstellt. Die Integration der Finanzdaten erfolgt entweder über die entsprechende Option in der Seitenleiste oder durch eine direkte Eingabe im Chat. Der Chatbot führt den Nutzer dabei Schritt für Schritt durch den Link-Prozess. Zukünftig plant OpenAI die Unterstützung von Intuit, um komplexere Analysen wie Steuereffekte bei Aktienverkäufen oder die Wahrscheinlichkeit einer Kreditkartenbewilligung zu ermöglichen. Hintergrund für diese Einführung ist die Übernahme des Teams des Finanz-Startups Hiro im April, dessen Expertise OpenAI für dieses Produkt nutzt, auch wenn das Unternehmen nicht explizit bestätigt, dass das gesamte Feature allein von diesem Team entwickelt wurde. Laut OpenAI werden monatlich bereits über 200 Millionen Finanzfragen an ChatGPT gestellt. Die neuen Fähigkeiten basieren auf dem verbesserten Modell GPT-5.5, das durch ein vom Unternehmen mit Finanzexperten erarbeitetes Benchmark-Training in der kontextbezogenen Reasoning-Leistung gestärkt wurde. Die neuen Tools sind zunächst nur für Pro-Nutzer im Web und auf iOS verfügbar. OpenAI möchte zunächst Rückmeldungen von dieser Nutzergruppe sammeln, bevor eine Erweiterung auf Plus-Abonnenten erwogen wird. Im Bereich der Datensicherheit können Verbindungen über die Einstellungen verwaltet werden. Nach der Trennung der Verbindung werden die synchronisierten Daten nach 30 Tagen endgültig gelöscht, und Nutzer haben zudem die Möglichkeit, spezifische finanzielle Erinnerungen einzusehen und zu entfernen. Mit diesem Schritt reagiert OpenAI auf den zunehmenden Wunsch von Nutzern, KI-Tools für sensible Themen wie Gesundheit und Finanzen einzusetzen. Neben OpenAI und Anthropic, die ebenfalls gesundheitsbezogene Tools eingeführt haben, ist auch Perplexity mit einem eigenen Finanzforschungstool aktiv. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass allgemeine Chatbots zunehmend durch spezialisierte Produkte für bestimmte Branchen ergänzt werden, um sicherere und präzisere Antworten auf komplexe persönliche Daten zu geben.
