Hochflug bei Musk’s KI-Startup: Exekutive verlassen wegen Konflikten und Finanzen
In den letzten Monaten hat Elon Musks KI-Startup xAI eine bemerkenswerte Abwanderung hochrangiger Führungskräfte erlebt, was zunehmend Besorgnis in der Tech-Community auslöst. Zu den jüngsten Abgängen zählen Mike Liberatore, der vorläufige CFO, der bereits drei Monate nach seiner Einstellung im April 2024 das Unternehmen verließ und nun bei OpenAI arbeitet – einem Unternehmen, das Musk als seinen Rivalen Sam Altman führt. Auch General Counsel Robert Keele verließ das Unternehmen im August, nachdem er knapp ein Jahr dort war, und äußerte in einem LinkedIn-Beitrag, dass er „Tageslicht zwischen unseren Weltanschauungen“ spürte, obwohl er die Arbeit als „Abenteuer des Lebens“ bezeichnete. Ebenfalls im Juli ging Linda Yaccarino, ehemalige CEO von X (Musk’s Social-Media-Plattform und Schnittstelle zu xAI’s Chatbot Grok), nach über zwei Jahren in der Rolle. Sie betonte ihre Dankbarkeit gegenüber Musk, der sie mit der „Rettung der freien Rede“ betraut hatte. Laut einer neuen Berichterstattung der Wall Street Journal sollen interne Konflikte über Managementstil und unrealistische Finanzprognosen hinter den Abgängen stecken. Exekutive sollen sich mit den beiden engsten Beratern Musks, Jared Birchall und John Hering, gestritten haben, die die tägliche Führung von xAI übernehmen, während Musk als CEO letztendlich entscheidet. Einige Mitarbeiter klagten über fehlende klare Hierarchien und eine unstrukturierte Entscheidungsfindung. Zudem gab es Bedenken hinsichtlich der finanziellen Zielsetzungen des Unternehmens, die als unrealistisch eingestuft wurden. Birchall, oft als Musks „rechte Hand“ bezeichnet, übernimmt führende Positionen bei mehreren Musk-Unternehmen, darunter Neuralink und die Musk Foundation. Sein Einfluss auf xAI ist erheblich. Musks Anwalt Alex Spiro wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass die Finanzdaten „in keiner Weise unangemessen“ seien und die Behauptungen „falsch und diffamierend“ seien. Ein xAI-Sprecher betonte, dass Musk die Führung mit „unerschütterlicher Vision“ und höchster Priorität vorantreibt, um KI für das Wohl der Menschheit zu nutzen. Die hohe Fluktuation bei xAI spiegelt eine größere Tendenz in der KI-Branche wider. Auch Meta kämpft mit hohen Abwanderungsraten, obwohl es mit exorbitanten Gehältern talentierte Ingenieure anlockt. Laut einer Studie aus Juni verliert Meta mehr Mitarbeiter als sein Rivale Anthropic, während OpenAI und DeepMind ebenfalls Verluste verzeichnen. Hinzu kommt die persönliche Rivalität zwischen Musk und Altman, die zu einem anhaltenden Rechtsstreit geführt hat – ein Prozess, der beide Unternehmen finanziell belastet, aber OpenAI nicht daran hindert, seine führende Position zu behaupten. Im August klagte xAI sogar einen ehemaligen Ingenieur an, der zu OpenAI wechselte, und warf ihm den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen vor. Bewertung: Die Abgänge bei xAI deuten auf strukturelle Schwächen hin, trotz der ehrgeizigen Vision. Experten sehen in der fehlenden klaren Führung und der intensiven Einflussnahme von Musk-Vertrauten ein Risiko für langfristige Stabilität. Obwohl Musk mit seinem Engagement und Ressourcen eine führende Rolle im KI-Wettlauf spielen kann, könnte die interne Unruhe die Innovationskraft beeinträchtigen. Gleichzeitig zeigt die Branche, dass der Kampf um Spitzenkraft nicht nur um Technologie, sondern auch um Kultur und Führung geht – und hier könnte xAI noch viel zu lernen haben.
