Meta sprintet bis Jahresende mit neuer Llama-Generation
Meta ist in einem intensiven Rennen, um bis Ende des Jahres ihre nächste Generation des Llama-KI-Modells, Llama 4.X (auch intern als Llama 4.5 bezeichnet), auf den Markt zu bringen. Dieses Projekt ist Teil des neu gegründeten Meta Superintelligence Labs (MSL), das im Juni von CEO Mark Zuckerberg ins Leben gerufen wurde. Innerhalb von MSL arbeitet eine Gruppe namens TBD an der Weiterentwicklung von Llama 4.X, mit dem Ziel, das Modell bis Jahresende produktionsreif zu machen. Die Entwicklung erfolgt im Rahmen eines größeren strategischen Umbaus, bei dem Meta seine KI-Teams in vier Bereiche aufgeteilt hat: Training, Forschung, Produkt und Infrastruktur. Die bisherige Llama 4-Generation, die im April mit den Modellen Scout und Maverick vorgestellt wurde, erhielt von Entwicklern eher eine gemischte bis kritische Reaktion. Viele sahen Mängel bei realen Anwendungsfällen wie Programmieren, logischem Denken und Befehlsverarbeitung. Daher zielt das TBD-Team nun nicht nur auf neue Funktionen ab, sondern auch auf die Behebung von Fehlern und die Verbesserung der Leistungsfähigkeit des bestehenden Llama 4. Die Entwicklung von Llama 4.X soll dabei helfen, die Erwartungen zu erfüllen und die Position von Meta im Wettbewerb mit OpenAI und Google DeepMind zu stärken. Zusätzlich zur Llama 4-Familie arbeitete Meta an einem weiteren, hochambitionierten Projekt namens Behemoth, das jedoch im Mai aufgrund von Verzögerungen verschoben wurde. Obwohl Meta einen ehrgeizigen Zeitplan verfolgt, zeigt sich bereits eine gewisse Instabilität im Team: Innerhalb von zwei Monaten nach der Gründung des MSL verließen mindestens acht Mitarbeiter – darunter Forscher, Ingenieure und ein Senior-Produktmanager – das Unternehmen. Dies wirft Fragen zur Nachhaltigkeit und Arbeitskultur in der neuen Einheit auf. Zuckerberg betonte in der Q2-Gewinnpräsentation, dass MSL die zentrale Plattform für die Entwicklung der nächsten KI-Generation sei, wobei bereits Fortschritte bei Llama 4.1 und 4.2 erzielt wurden. Der Fokus liegt auf der Schaffung eines „Omni-Modells“, das in mehreren Domänen gleichzeitig leistungsfähig ist – eine Vision, die von MSL-Leiter Alexandr Wang in einem internen Memo angedeutet wurde, ohne jedoch Details zu nennen. Die Strategie hinter MSL ist Teil eines umfassenden KI-Talent-Recruitings, bei dem Meta hochdotierte Pakete an Spitzenforscher aus OpenAI und Google DeepMind anbot. Ob diese Maßnahmen langfristig wirken, bleibt abzuwarten, besonders angesichts der frühen Abwanderung von Mitarbeitern. Industrieanalysten sehen in der Initiative eine entscheidende Wette auf die Zukunft der KI, doch warnen vor den Risiken einer zu schnellen Skalierung. „Meta versucht, die Initiative zu übernehmen, aber die Balance zwischen Innovation und Teamstabilität ist brüchig“, sagt ein Branchenexperte. Die Entwicklung von Llama 4.X könnte entscheidend dafür sein, ob Meta als führender Akteur im KI-Wettlauf bestehen kann.
