Autonomes Fahren: Uber-Chef warnt vor Massenentlassungen von Fahrern
Der CEO von Uber, Dara Khosrowshahi, hat vor den weitreichenden Folgen der Einführung selbstfahrender Autos für Beschäftigte in der Ride-Hailing-Branche gewarnt. In einer Aussprache auf einer Konferenz des "All-In"-Podcasts erklärte er, dass die zunehmende Automatisierung im Verkehrsbereich in zehn bis fünfzehn Jahren ein „echtes Problem“ darstellen werde – insbesondere für die Millionen von Gig-Arbeitern, die heute die Grundlage von Uber und ähnlichen Plattformen bilden. Obwohl er erwartet, dass menschliche Fahrer in den nächsten fünf bis sieben Jahren weiterhin eine zentrale Rolle spielen werden, da die Technologie noch nicht überall ausgereift ist, sieht er die langfristige Gefahr, dass viele Jobs verloren gehen. Khosrowshahi betonte, dass er keine einfache Lösung für dieses Dilemma habe. „Das ist eine große gesellschaftliche Herausforderung, mit der wir alle – nicht nur wir – uns auseinandersetzen müssen“, sagte er. Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und autonomem Fahren beschleunigt sich rasant, und erste Pilotprojekte von Uber in Zusammenarbeit mit Waymo in Städten wie Atlanta und Austin zeigen bereits, dass selbstfahrende Fahrzeuge oft effizienter und sicherer sind als menschliche Fahrer. Dennoch gibt es Bedenken: Einige Uber-Fahrer haben gegenüber Business Insider erklärt, dass die Technologie noch Schwierigkeiten mit alltäglichen Hindernissen wie Schlaglöchern oder komplexen Verkehrssituationen habe. Trotz dieser Unsicherheiten sieht Khosrowshahi auch Chancen. Künstliche Intelligenz schaffe neue Arbeitsplätze, auch für Selbstständige. Uber nutzt dazu seine Tochtergesellschaft für KI-Lösungen, um unabhängige Fachkräfte für Aufgaben wie die Annotation von Daten, das Training von Algorithmen und die Verbesserung von Modellen zu beschäftigen. Diese Tätigkeiten erfordern andere Fähigkeiten als das Fahren, aber sie bieten eine Möglichkeit, die Plattform weiterhin als Arbeitsplatz für Gig-Arbeiter zu erhalten. „Wir erweitern unsere Angebote auf andere Arten von bedarfsorientierter Arbeit, um den Menschen, die auf unserer Plattform arbeiten wollen, auch in Zukunft Möglichkeiten zu bieten“, erklärte Khosrowshahi. Die Debatte um die Zukunft der Arbeit im Zeitalter der Automatisierung ist nicht auf Uber beschränkt. In vielen Branchen – von der Fertigung bis zum Kundenservice – wird diskutiert, wie Gesellschaften und Unternehmen mit der Verdrängung von menschlicher Arbeit durch Technologie umgehen sollen. Experten warnen vor sozialen Spannungen, wenn Millionen von Arbeitsplätzen gefährdet sind, ohne dass ausreichend neue Chancen geschaffen werden. Gleichzeitig wird betont, dass Technologie auch neue Berufe schaffen kann – vorausgesetzt, es gibt eine aktive Politik zur Qualifizierung und Umschulung. Khosrowshahis Eingeständnis, dass er keine „saubere Lösung“ habe, unterstreicht die Komplexität der Herausforderung. Uber steht nicht nur vor einem technologischen, sondern auch vor einem ethischen und gesellschaftlichen Problem. Die Frage ist nicht nur, ob selbstfahrende Autos funktionieren, sondern wie die Gesellschaft sicherstellt, dass der technologische Fortschritt nicht auf Kosten der Menschen geht. Die Antwort wird wahrscheinlich nicht allein von Unternehmen, sondern von Politik, Bildungssystemen und der Gesellschaft insgesamt bestimmt werden.
