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Künstliche Intelligenz bedroht die Kreatoreconomy – von AI-Clips bis zu Betrug

Jeremy Carrasco, ein junger Content-Ersteller, hat in nur wenigen Monaten über 300.000 Follower auf TikTok und Instagram aufgebaut – nicht als Promi, sondern als Experte für KI-Transparenz im kreativen Bereich. Ursprünglich arbeitete er als Produzent und Regisseur für Live-Streams, doch als er erkannte, dass die Debatte um generative KI fast ausschließlich von Tech-Unternehmen dominiert wurde, entschied er sich, aus der Kreatorenszene eine eigene Perspektive einzubringen. Sein Kanal showtoolsai begann mit der Idee, KI ethisch und produktiv im Video-Workflow einzusetzen. Doch schnell stellte er fest, dass die Grundlagen der KI-Identifikation – wie fließende Texturen, wackelnde Augen oder plötzlich auftauchende Objekte – weitgehend ignoriert wurden. So begann er, die „Tells“ von KI-Videoerzeugung systematisch zu dokumentieren und zu verbreiten. Sein Fokus liegt nun auf der Aufklärung über die wachsende Menge an KI-Generierten Inhalten, insbesondere solchen, die mit Tools wie Sora erstellt werden. Er warnt davor, dass KI-Video-Tools mittlerweile so einfach zu bedienen sind, dass selbst minimale Aufwand zu viralen Inhalten führen kann – etwa ein sieben Sekunden langer Clip mit einem seltsam agierenden Kater, der in einer Minute langen Compilations zu Tausenden von Aufrufen führen und bei der TikTok Creator Fund-Bezahlung bis zu 1.000 Dollar einbringen kann. Für Menschen in Entwicklungsländern ist das ein erheblicher Einkommensfaktor, auch wenn der Inhalt wertlos ist. Doch nicht alle KI-Inhalte sind harmlos. Einige Accounts, wie der sogenannte „Yang Mun“-Kanal, sind offensichtliche Betrugsversuche: eine karikierende Darstellung eines „chinesischen Heilers“ mit KI-generierten Gesundheitsratgebern, die auf ein $11-eBook verweisen – das möglicherweise gar nicht existiert. Andere, wie die KI-Clones von Kreativen wie Maddie Quinn, stehlen nicht nur Inhalte, sondern auch Gesichter und Körper, um sie in Deepfakes zu verwandeln, manchmal sogar für OnlyFans. Das führt zu einer systematischen Enteignung kreativer Identität. Jeremy ist skeptisch, ob generative KI im kreativen Bereich ethisch einsetzbar ist. Obwohl er Ausnahmen für barrierefreie Inhalte und kulturelle Repräsentationen zulässt, kritisiert er die Grundlage der KI-Entwicklung: die Nutzung von gestohlenen Daten. Selbst Versuche von Studios wie Lionsgate, KI-Modelle auf eigener Mediatheken zu trainieren, scheiterten an mangelnden Datenmengen. „Die einzige Möglichkeit, KI-Video derzeit zu generieren, ist, Daten zu stehlen“, sagt er. Die Plattformen selbst tragen zur Krise bei: Instagram, TikTok und YouTube lassen KI-Slop unreguliert laufen, ignorieren eigene Label-Regeln und bauen zudem eigene KI-Werbe-Tools – was die Kreatorenszene untergräbt, da KI-Ads die Qualität und Authentizität verdrängen. Denn wenn Werbung zunehmend von KI generiert wird, verlieren Kreative ihre Rolle als Inhaltsproduzenten und werden zu „Werbeagenturen“, deren Wert durch KI-Überproduktion sinkt. Meta, Amazon und DirecTV entwickeln bereits eigene KI-Werbesysteme – und könnten bald direkt an Kunden verkaufen. Für Kreative, die sich darauf einlassen, ist das kein lukratives Geschäftsmodell, sondern eine Selbstentwertung. Jeremy sieht die Zukunft düster: „Es ist sehr rational, daran zu zweifeln, ob das überhaupt eine gute Geschäftsentscheidung für Kreative ist – aber ich glaube nicht, dass es eine ist.“ Die KI-Revolution, so argumentiert er, ist nicht nur eine technologische, sondern eine wirtschaftliche und ethische Krise der kreativen Arbeit. Die Plattformen, die auf Kreativität aufbauten, riskieren, sich selbst zu entwerten, während KI-Content die Aufmerksamkeit stiehlt, ohne Wert zu schaffen.

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