Tesla-Optimus-Roboter verteilt Süßigkeiten in Times Square
Am Montagmorgen hat Teslas humanoider Roboter Optimus in der Times Square in New York Süßigkeiten verteilt – ein weiterer Schritt im öffentlichen Auftritt des noch nicht marktreifen Roboters. Vor dem Nasdaq-Gebäude präsentierte Tesla zwei zukunftsorientierte Produkte: den autonomen Cybercab ohne Lenkrad und Pedale sowie den Optimus-Roboter, der kleine rote und gelbe Beutel mit Gummibärchen an Passanten ausgab. Die Aufnahmen zeigten, wie der Roboter die Beutel von einem Tisch nahm und sie ausgab – mit gelegentlichen Fehlern, bei denen er ein paar Mal die Beutel fallen ließ, aber jeweils selbstständig nachholte. „Er hat sie aufgehoben“, bestätigte Robyn Denholm, Vorsitzende des Tesla-Beirats, während sie mit Rebecca Quick von „Squawk Box“ sprach. Sie betonte, dass sie Optimus bereits im Labor gesehen habe, wo er Wäsche falten könne. Der Roboter war während der Demonstration offenbar über eine Steckverbindung an den Schultern angeschlossen, was auf eine externe Stromversorgung hindeutet. Dies war nicht die erste öffentliche Erscheinung von Optimus mit Süßigkeiten: Bereits bei der internen „Frunk or Treat“-Veranstaltung für Mitarbeiter hatte der Roboter geholfen. In früheren Vorführungen war Optimus stets teleoperiert – also von Menschen aus der Ferne gesteuert, meist über Motion-Capture-Anzüge und VR-Brillen. Analysten von Morgan Stanley hatten dies im Juni kritisiert und darauf hingewiesen, dass die Roboter „auf Tele-Op“ angewiesen seien und nicht autonom agierten. Doch Tesla arbeitet nun an einer neuen Strategie: Statt menschliche Bewegungen zu erfassen, will das Unternehmen die Roboter durch Videoaufnahmen von menschlichen Arbeitsabläufen trainieren – ein sogenannter vision-only-Ansatz. Bereits im September hatte Elon Musk auf der dritten Quartals-Gewinnpräsentation betont, dass Optimus bei der „Tron: Ares“-Premiere nicht teleoperiert war – „Niemand hat ihn gesteuert, er hat einfach Kung-Fu mit Jared Leto gemacht.“ Diese Autonomie ist entscheidend für Teslas langfristige Vision. Musk sieht im Optimus-Roboter das zentrale Wachstumsthema: Im September prognostizierte er, dass 80 % des zukünftigen Tesla-Werts von Optimus abhängen werden. Früher hatte er sogar behauptet, dass der Roboter „potenziell über 10 Billionen US-Dollar Umsatz“ generieren könne. „Optimus im großen Stil ist der unendliche Geld-„Glitch““, sagte Musk. „Es gibt Grenzen für die Verbesserung menschlicher Produktivität durch KI. Aber bei körperlich eingebetteter KI gibt es keine Grenzen.“ Die Demonstration in der Times Square ist Teil einer strategischen Kommunikationskampagne, um das Publikum auf die Zukunft von Tesla als Robotik-Unternehmen einzustellen – weit über Elektroautos hinaus. Ob Optimus tatsächlich autonom und kommerziell erfolgreich wird, bleibt abzuwarten. Doch die Signale aus dem Unternehmen sind klar: Die Ära der humanoiden Roboter steht bevor.
