Apple setzt auf neues Siri-Update für 2025 – entscheidend für AI-Strategie
Apple hat in diesem Jahr auf KI verzichtet, doch das kommende Jahr wird entscheidend sein. Während Konkurrenten wie Google, Microsoft, Meta und Amazon mit massiven Investitionen in Cloud-basierte KI-Infrastruktur und bahnbrechenden Produkten wie ChatGPT, Gemini oder generativen Modellen wie Sora 2 die Szene dominieren, blieb Apple zurückhaltend. Der Fokus lag auf der Verbesserung von Siri, die ursprünglich für 2025 vorgesehen war, aber im März verschoben wurde. Die Verspätung, obwohl bereits Werbung für die neue Version lief, spiegelt die Herausforderung wider, eine konsistente, persönliche und kontextbewusste KI-Plattform zu entwickeln – ohne die Datenschutz-Philosophie zu opfern, die Apple prägt. Die bisherige Apple Intelligence-Software aus 2024, die KI-Tools wie Textumformung, Notifikationszusammenfassung und ChatGPT-Integration enthielt, erhielt gemischte Reaktionen. Kritik galt insbesondere fehlerhaften automatischen Nachrichten-Überarbeitungen, die vorübergehend deaktiviert werden mussten. Im Juni wurde die KI-Entwicklung in der WWDC kaum thematisiert, obwohl Apple neue Chips mit verbessertem KI-Performance und Funktionen wie Live-Übersetzung für AirPods vorstellte. Die fehlende große KI-Präsentation unterstrich, dass Apple sich von der Cloud-orientierten Strategie der Konkurrenz distanziert – stattdessen setzt das Unternehmen auf lokal verarbeitete KI mit eigenen Chips, um Nutzerdaten zu schützen. Dieser Ansatz erfordert jedoch weniger Skalierbarkeit und höhere Entwicklungskosten. Im Dezember erfolgte ein strategischer Umbau der KI-Führung: John Giannandrea, Chef für KI-Strategie, geht 2026 in den Ruhestand. Seine Aufgaben werden auf COO Sabih Khan, Services-Chef Eddy Cue und den neuen AI-Experten Amar Subramanya aufgeteilt, der zuvor bei Google und Microsoft tätig war. Die Öffentlichkeit der Ernennung unterstreicht die Dringlichkeit, Glaubwürdigkeit in der KI-Entwicklung zurückzugewinnen. Trotz des fehlenden KI-Showpieces bleibt Apple finanziell stark: Der iPhone 17 war ein Erfolg, die Umsatzzuwächse für das Weihnachtsgeschäft wurden auf 10 % prognostiziert, und Apple könnte 2025 erstmals als weltweit führender Smartphone-Hersteller nach Einheiten auftreten. Analysten wie Yang Wang von Counterpoint Research sehen derzeit keine akute Bedrohung durch KI-Features anderer Hersteller, da diese noch nicht das tägliche Smartphone-Erlebnis grundlegend verändern. Doch die Gefahr ist real: Apple-Chef Eddy Cue warnte im Mai, dass KI so schnell voranschreite, dass Smartphones in zehn Jahren obsolet sein könnten. Geräte wie die Ray-Ban Meta Glasses oder das AI-Pendant von Limitless zeigen bereits die Zukunft – und OpenAI, das im März Jony Ive für 6,4 Milliarden Dollar übernahm, könnte mit neuen, smartphonefreien Geräten die Konkurrenz herausfordern. OpenAI-Chef Sam Altman nannte Apple sogar seinen größten Rivalen, da Smartphones für KI-Companions ungeeignet seien. Doch Apple hat noch Zeit. Wie Analyst Gene Munster betont, muss die neue Siri „eine 10 von 10“ sein – nicht nur technisch, sondern auch in der Benutzererfahrung. Die Druckphase beginnt nun: Ein gelungener KI-Relaunch könnte das Image der Marke neu definieren, während ein Fehlschlag die Wettbewerbsposition weiter gefährden würde.
