Cofounder von Manus, ein College-Dropout wie Zuckerberg, wird von Meta übernommen
Der Mitbegründer von Manus, Ji Yichao, hat in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) eine beeindruckende Parallele zwischen sich und Mark Zuckerberg gezogen: Beide seien College-Dropouts gewesen, die in derselben Wohnung in Palo Alto, Kalifornien, ihre Wege begonnen hatten. Das sogenannte „Facebook House“, in dem Zuckerberg Anfang der 2000er Jahre an Facebook arbeitete, wurde später von jungen Unternehmern genutzt – darunter auch Ji, der 2010 an der Beijing Information Science and Technology University (BISTU) ein Informatikstudium begann, aber später aus beruflichen Gründen abbrach. Er kehrte 2015 zur Universität zurück und absolvierte sein Studium 2018. In seinem X-Beitrag stellte Ji zwei Fotos gegenüber: eines von sich selbst vor dem Laptop, das andere von einem jungen Zuckerberg – beide in derselben Räumlichkeit, was die symbolische Verbindung unterstreicht. „21 Jahre und 13 Jahre später haben zwei Dropouts in derselben Kammer ihre Wege begonnen. Heute treffen sich diese Pfade“, schrieb er. Manus, gegründet im März 2024 durch das chinesische AI-Studio Butterfly Effect, stellte mit seinem „general-purpose“-KI-Agenten ein System vor, das Aufgaben autonom erledigen kann. Die Firma zog Mitte 2025 nach Singapur um und erreichte laut eigenen Angaben bereits über 100 Millionen US-Dollar Jahresumsatz. Meta kündigte die Übernahme von Manus am Montag an – laut Wall Street Journal für mehr als zwei Milliarden Dollar. Das Unternehmen soll weiterhin als eigenständiges Abonnementangebot bestehen bleiben, während die Technologie in Meta-Plattformen integriert wird. Ji’s Post spiegelt eine größere Trendwende wider: Die Bedeutung von Hochschulabschlüssen wird zunehmend hinterfragt, besonders unter der Generation Z. KI-bedingte Veränderungen am Arbeitsmarkt und steigende Studienkosten führen dazu, dass viele sich fragen, ob ein Abschluss tatsächlich eine Zukunftssicherheit bietet. Selbst Fei-Fei Li, renommierte KI-Forscherin von Stanford, sagte kürzlich, dass bei ihrer Firma ein College-Diplom heute weniger ausschlaggebend sei als früher. Dennoch zeigt eine Studie der New York Federal Reserve, dass ein Hochschulabschluss langfristig immer noch wirtschaftlich sinnvoll ist – vorausgesetzt, der Studiengang ist strategisch gewählt. Die Übernahme von Manus ist Teil von Meta’s breiteren Strategie, sich im KI-Wettlauf zu stärken. Parallel dazu kaufte Meta auch Scale AI, deren Gründer Alexandr Wang ebenfalls kein Studium abgeschlossen hat. Auch Tech-Giganten wie Microsoft, Apple und OpenAI haben ihre Anfänge als Dropouts. Die Geschichte von Ji und Zuckerberg zeigt, dass der Weg zum Erfolg nicht immer über den klassischen akademischen Pfad führt – aber auch, dass derzeitige KI-Revolutionen die Debatte um Bildung, Karriere und Innovation neu entfachen. In der Branche wird Ji’s Post als Symbol für die neue Ära der KI-Unternehmensgründung gewertet. Experten betonen, dass Erfolg heute weniger von formalen Abschlüssen als von praktischer Innovationskraft und technischer Expertise abhängt. Manus, mittlerweile mit starkem Wachstum und internationaler Präsenz, zeigt, wie schnell sich Startups im KI-Sektor entwickeln können – selbst ohne traditionelle akademische Zertifizierung. Meta profitiert von der Integration von Manus’ Technologie, um seine eigenen KI-Produkte zu beschleunigen. Die Geschichte von Ji unterstreicht zudem die zunehmende Rolle Asiens im globalen KI-Ökosystem – besonders durch talentierte Gründer, die zwischen akademischer Ausbildung und Unternehmensgründung hin- und herwechseln.
