AI-Analyse bestätigt Fibrose-Rückgang bei MASH-Patienten nach Pemvidutide-Behandlung
Altimmune hat bei der diesjährigen AASLD-The Liver Meeting® 2025 in Washington, D.C., Ergebnisse einer künstlichen Intelligenz (KI)-basierten Analyse von Leberbiopsien aus der Phase-2b-Studie IMPACT präsentiert, die den Wirkstoff Pemvidutide bei Patienten mit metabolischer Dysfunktions-assoziiertem Steatohepatitis (MASH) untersucht. Die KI-Plattform Liver Explore™ ermöglichte eine hochauflösende, quantitative Erfassung der Leberfibrose und zeigte nach 24 Wochen signifikante Reduktionen im Anteil früher, fortgeschrittener und gesamter Leberfibrose bei Patienten, die Pemvidutide in einer Dosis von 1,8 mg erhielten, im Vergleich zu Placebo. Diese histologischen Befunde wurden durch signifikante Verbesserungen nicht-invasiver Fibrose-Tests (NITs) bestätigt, darunter der PRO-C3:CTX-III-Ratio und PRO-C6 – Marker, die sowohl auf Fibrose-Rückgang als auch auf mögliche kardiovaskuläre Risiken hinweisen. Die Studie zeigte außerdem eine MASH-Auflösung bei bis zu 58 % der Patienten unter Pemvidutide, was auf eine schnelle Wirksamkeit der gleichgewichteten Glukagon/GLP-1-Dualagonisten-Wirkung hindeutet. Die Ergebnisse wurden in einer „Late-breaking Poster“-Session am 8. November präsentiert und stellen einen wichtigen Fortschritt in der objektiven Bewertung therapeutischer Effekte bei MASH dar. Die IMPACT-Studie ist eine randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde Phase-2b-Studie mit 212 Teilnehmern mit biopsy-bestätigtem MASH und Fibrose-Stadium F2 oder F3, mit oder ohne Diabetes. Die Teilnehmer erhielten wöchentlich subkutan entweder 1,2 mg, 1,8 mg Pemvidutide oder Placebo über 48 Wochen. Primäre Endpunkte wurden nach 24 Wochen bewertet und umfassten MASH-Auflösung ohne Verschlechterung der Fibrose sowie Verbesserung der Fibrose ohne Verschlechterung von MASH. Sekundäre Endpunkte waren nicht-invasive Fibrose-Marker und Gewichtsverlust. Ein weiterer Datenpunkt wird im vierten Quartal 2025 mit den 48-Wochen-Daten erwartet. Pemvidutide ist ein experimenteller Peptidwirkstoff mit gleichgewichteter Aktivität an Glukagon- und GLP-1-Rezeptoren. Während Glukagon direkte hepatoprotektive Effekte wie Fettabbau und Entzündungshemmung bewirkt, fördert GLP-1 Appetitunterdrückung und Gewichtsverlust. Die FDA hat Pemvidutide für MASH und Alkoholabhängigkeit (AUD) als „Fast Track“-Designation ausgezeichnet, da beide Krankheitsbilder große ungedeckte medizinische Bedürfnisse darstellen. Parallel laufen bereits Phase-2-Studien zur AUD (RECLAIM) und zur alkoholbedingten Lebererkrankung (RESTORE), die Anfang 2025 gestartet wurden. Industrieexperten begrüßen die Integration von KI-gestützter Digitalpathologie als bedeutenden Schritt zur Objektivierung von Fibrose-Veränderungen in klinischen Studien. „Traditionelle histologische Methoden sind oft subjektiv und variabel – KI ermöglicht eine automatisierte, sensible und quantitative Bewertung“, betont Dr. Vlad Ratziu von der Sorbonne Universität. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von Pemvidutide als vielversprechende Therapieoption für MASH und könnten die Entwicklung neuer Behandlungsansätze beschleunigen. Altimmune bleibt als spät-klinischer Biopharma-Unternehmen auf der Entwicklung peptidebasierter Therapien für Leber- und kardiovaskuläre Erkrankungen fokussiert. Die künftigen Ergebnisse der 48-Wochen-Readout-Phase und die laufenden Studien in AUD und ALD werden entscheidend für die weitere Entwicklung und potenzielle Zulassung sein.
