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Jugendliche gestalten die digitale Zukunft – Bericht der Europaratsexperten

Die Studie „The Future Report“, eine gemeinsame Initiative von Google und der Jugendberatung Livity, bietet einen umfassenden Einblick in die Sichtweise junger Europäer*innen im Alter von 13 bis 18 Jahren auf die digitale Zukunft. In sieben Ländern – Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Polen, Spanien und Schweden – nahmen über 7.000 Jugendliche teil. Das Ergebnis: ein überwiegend positives Bild von jungen Menschen als neugierig, kritisch und hoffnungsvoll. Fast die Hälfte der Befragten nutzt täglich oder fast täglich KI-Tools – sei es für Schulaufgaben, Sprachenlernen, kreative Projekte oder als Suchmaschine. 81 % berichteten, dass KI ihre Lern- oder Kreativitätserfahrungen „irgendwie“ oder „sehr“ verbessert hat, vor allem durch Erklärungen komplexer Themen (47 %), sofortige Rückmeldungen (42 %) und eine ansprechendere Lernatmosphäre (38 %). Auch die Entdeckung neuer Inhalte geschieht täglich für 57 % der Jugendlichen, vor allem über personalisierte Empfehlungen (27 %), Freundschaftsnetzwerke (24 %) und eigenes Suchen (19 %). Mehr als die Hälfte sieht in diesen Empfehlungen eine Quelle für „wirklich interessante Inhalte“. Trotz der Begeisterung zeigen die Jugendlichen auch Bedenken. Sie befürchten, dass KI ihre Denkfähigkeiten schwächen könnte, und betonen, dass sie „nicht wollen, dass KI für sie denkt“. Kritische Fragen zur Datensicherheit und Informationsqualität sind verbreitet: Viele prüfen Informationen mehrfach, vergleichen Quellen oder nutzen vertrauenswürdige Lehrbücher, um Manipulation oder Bias zu erkennen. Die Studie plädiert daher für eine stärkere Förderung digitaler Kompetenzen, Sicherheit, altersgerechte Angebote und einen ausgewogenen Umgang mit Technologie – nicht für Einschränkungen der Zugänge, die für das tägliche Leben und die Teilhabe unverzichtbar sind. Besonders hervorzuheben ist der Wunsch der Jugendlichen nach Mitbestimmung: Sie erwarten, „am Tisch“ zu sitzen, wenn es um die Gestaltung der digitalen Zukunft geht, und sehen dies als „lebensnotwendig“ an, um eine Technologie zu schaffen, die wirklich allen dient. Sie fordern klare Regeln von der Industrie – etwa Transparenz darüber, was mit ihren Daten passiert – und formale Bildungsangebote von Schulen zur verantwortungsvollen Nutzung von KI. Ein 14-jähriger aus Spanien fordert: „Ich will wissen, was mit dem passiert, was ich in KI-Chats eingebe – wird es gespeichert? Kann es später jemand sehen? Das sollte klar sein.“ Die Studie liefert eine wichtige Gegenstimme zu oft pessimistischen Narrativen über die digitale Jugend. Sie zeigt, dass junge Menschen nicht nur aktive Nutzer, sondern auch kritische und verantwortungsbewusste Gestalter der Zukunft sind. Ihr Engagement für digitale Bürgerrechte, Transparenz und Gerechtigkeit unterstreicht die Notwendigkeit, ihre Stimmen ernst zu nehmen und in politische und pädagogische Prozesse einzubeziehen. Brian, Policy Lead des Better Internet for Kids-Programms und Mitglied des Expertengremiums zur digitalen Bürgerbildung des Europarats, unterstreicht die Relevanz der Studie. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Online-Sicherheit und Medienkompetenz – u. a. als stellvertretender Vorsitzender des irischen Nationalen Beratungsgremiums für Online-Sicherheit (NACOS) – betont er, dass die Erkenntnisse von „The Future Report“ nicht nur für Bildungspolitik, sondern auch für die Entwicklung verantwortungsvoller Technologiegestaltung entscheidend sind. Die Studie ist somit ein Aufruf zu einer echten, inklusiven Debatte über die Zukunft der Digitalisierung – mit Jugendlichen als gleichberechtigten Partnern.

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