Meta entlässt 20.000, Microsoft warnt vor KI-Krise
Metas und Microsofts Ankündigung, zusammen über 20.000 Arbeitsplätze zu streichen, haben in der Tech-Branche tiefe Besorgnis ausgelöst. Diese Entscheidungen, die wenige Monate nach Amazon's weitreichendsten Entlassungen erfolgen, deuten darauf hin, dass eine durch künstliche Intelligenz getriebene Krise am Arbeitsmarkt bereits begonnen hat. Unternehmen, die jährlich hunderte Milliarden für den Aufbau von KI-Infrastruktur ausgeben, versuchen gleichzeitig, durch den Einsatz von KI Effizienzsteigerungen zu erzielen und ihre Belegschaft drastisch zu verringern. Hinzu kommt der Versuch, sich von der pandemiebedingten Überhiring-Phase zu erholen. Experten und Ökonomen warnen davor, dass dies keine vorübergehende Korrektur ist, sondern eine fundamentale strukturelle Veränderung darstellt. Daten von Layoffs.fyi zeigen, dass im Jahr 2026 bereits über 92.000 Arbeitsplätze in der Technologiebranche gekürzt wurden, was die Gesamtzahl der Entlassungen seit 2020 auf fast 900.000 treibt. Anthony Tuggle, ein Experte für Führungskräfteentwicklung, betont, dass wir am Anfang einer permanenten Transformation der Arbeitsorganisation stehen. Die Angst unter Beschäftigten ist seit der Einführung von ChatGPT im Jahr 2022 gewachsen und intensiviert sich, da Tools wie Anthropics Claude ganze Abteilungen ersetzen können. Während Techno-Optimisten argumentieren, dass neue Arbeitsplätze entstehen werden, wie dies bei der Einführung von Smartphones der Fall war, scheint sich derzeit eine Lücke zwischen Stellenverlusten und -schöpfungen zu öffnen. Eine Studie von Motion Recruitment aus dem Jahr 2026 zeigt, dass KI die Einstellung für Einstiegspositionen und allgemeine IT-Rollen verlangsamt, während die Nachfrage nach spezialisierten KI-Experten hoch ist. Gehälter in der Tech-Branche bleiben weitgehend stabil, mit Ausnahme von Nischenbereichen. Rajat Bhageria, CEO von Chef Robotics, stellt fest, dass zwar neue Jobs entstehen werden, ihre konkrete Ausgestaltung jedoch noch unklar ist. Bei Meta kündigte CEO Mark Zuckerberg Entlassungen von etwa 8.000 Mitarbeitern an, was rund 10 Prozent der Belegschaft entspricht, sowie die Absage von 6.000 offenen Stellen. Microsoft bietet zudem freiwillige Abfindungen für rund 7 Prozent seiner US-Mitarbeiter an, was potenziell zu fast 9.000 weiteren Kürzungen führen könnte. Der Druck erstreckt sich auch auf nicht-technische Unternehmen wie Nike, das über 1.400 Stellen streicht, sowie auf Snap und Salesforce, die ihre Belegschaft ebenfalls reduzieren. Oracle plant ebenfalls Entlassungen, um die Kosten für die massive Investition in KI zu senken. Parallel dazu zeichnet sich in der Startup-Szene ein neues Muster ab: Unternehmen erwirtschaften mit deutlich weniger Personal schnell hohe Umsätze. Venture-Capital-Geber berichten, dass Firmen heute mit 50 Mitarbeitern Millionen-Umsätze erzielen können, wofür früher Teams von 250 Personen nötig waren. Diese Effizienzsteigerung führt zu einer beispiellosen Geschwindigkeit bei der Produktentwicklung, schafft aber gleichzeitig erhebliche Unsicherheit bei den Beschäftigten. Die Big Tech-Firmen investieren weiterhin massiv in KI, während Analysten nach den Quartalsberichten Fragen nach zukünftigen Ausgaben und weiteren Personalabbaumaßnahmen erwarten.
