Claude Cowork löst Meme-Welle aus – von Spaß bis Angst vor Arbeitsplatzverlust
Anthropics neuer KI-Chatbot Claude Cowork hat binnen kurzer Zeit zu einer Welle von Memes auf X (ehemals Twitter) geführt, die die Begeisterung wie auch die Sorge über die fortschreitende Leistungsfähigkeit künstlicher Intelligenz widerspiegeln. Nach dem Erfolg von Opus 4.5 erweitert Claude Cowork die Fähigkeiten von Claude Code auf nicht-programmierische Aufgaben und ermöglicht eine nahtlose Integration in vielfältige Arbeitsabläufe. Die Reaktionen der Nutzer sind vielfältig: Während einige die neue Funktion als Werkzeug für unglaubliche Effizienz feiern, stellen andere die Zukunft der Arbeitswelt infrage. Auf X tauchten zahlreiche humorvolle, aber auch besorgte Szenarien auf. Einige Nutzer scherzten, Claude solle ihre Bankkonten verwalten und ihr Leben übernehmen – mit der klaren Anweisung: „Mach keine Fehler.“ Andere forderten, dass der KI-Chatbot für sie flirten oder sogar eine Beziehung eingehen sollte, indem er Fotos und Kontaktdaten nutzte. Ein beliebter Meme-Slogan wurde: „Claude, mach mir eine Milliarde Dollar.“ Der Witz spielt mit der Vorstellung, dass KI nun so mächtig ist, dass sie nicht nur Aufgaben erledigt, sondern sogar persönliche und finanzielle Entscheidungen übernimmt. Auch die Vergleiche mit übermenschlicher Leistung wurden populär. Ein User schrieb: „Rome wurde nicht an einem Tag gebaut – aber ohne Claude Code schon.“ Ein anderer verglich die neue Funktion mit dem „Aufwaffen eines Affen mit einer AK-47“, um die unerwartete Wirkung der Technologie zu illustrieren. Puns wie „Claudestrophobic“ – jemand, der Angst vor KI hat – verbreiteten sich schnell. Doch hinter dem Humor steht eine tiefere Besorgnis. Viele sehen in Claude Cowork eine Bedrohung für bestehende Berufe. Ein Nutzer parodierte einen „Full-Stack-Entwickler“, dessen gesamte Stack aus Claude, Terminal und Cursor besteht. Andere skizzierten Zukunftsszenarien, in denen alle C-Level-Positionen von KI-Modellen besetzt sind – mit der Folge, dass Menschen aus ihren eigenen Unternehmen verdrängt werden. Die Angst vor Arbeitsplatzverlusten reicht von Bankern und Anwälten bis hin zu Berufen, die bis 2030 nur noch als „Associate Claude Operator“ oder „Principal Claude Operator“ existieren könnten. Die Meme-Kultur um Claude Cowork zeigt somit mehr als nur Unterhaltung: Sie spiegelt die Spannung wider, die mit der raschen Entwicklung von KI einhergeht – zwischen begeistertem Entdeckergeist und existenzieller Angst vor der eigenen Überflüssigkeit. Anthropic positioniert sich mit dem Produkt als Vorreiter im Bereich allgemeiner KI-Unterstützung, doch die gesellschaftlichen und ethischen Fragen bleiben offen. Industrieexperten sehen in Claude Cowork einen Meilenstein für die Integration von KI in den Arbeitsalltag – allerdings warnen sie vor einer zu schnellen Übertragung von Verantwortung auf KI-Systeme. Anthropic, gegründet 2021 mit dem Ziel, „sichere und verantwortungsvolle KI“ zu entwickeln, steht nun im Zentrum einer Debatte über Macht, Kontrolle und die Zukunft der Arbeit.
