AI-Prank mit „heimatlosen“ Bildern ruft Polizei auf den Plan
Kinder nutzen künstliche Intelligenz, um ihre Eltern mit einem sogenannten „AI-Obdachlosen“ zu erschrecken. Dabei erstellen sie mithilfe von KI-Tools wie Snapchats AI-Funktionen realistische Bilder eines ungepflegten Mannes, der angeblich in ihrem Haus aufgetaucht sei – sei es, um eine Ruhepause zu suchen oder als Bekannter der Eltern. Die Fotos werden an die Eltern geschickt, oft mit einer dramatischen Nachricht, woraufhin diese in Panik geraten und in mehreren Fällen die Polizei rufen. Die Reaktionen werden gefilmt und auf TikTok geteilt, wo das Hashtag #homelessmanprank mittlerweile über 1.200 Videos und Millionen Aufrufe generiert hat. Die Prank hat jedoch weitreichende Konsequenzen: Polizeibehörden in mehreren US-Bundesstaaten, darunter Round Rock (Texas), Oak Harbor (Washington) und Salem (Massachusetts), haben öffentlich auf die Gefahren dieser Trends hingewiesen. Die Round Rock Police bestätigten, zwei Falschalarme wegen des Pranks erhalten zu haben, die Ressourcen verschwendeten und echte Notrufe verzögerten. Die Oak Harbor Police berichteten von einer falschen Meldung über einen Obdachlosen auf einem Schulgelände, die durch ein manipuliertes Bild ausgelöst wurde. Die Salem Police warnten, dass solche Pranks die Würde Obdachloser verletzten, Menschen in Angst versetzen und Polizisten in gefährliche Situationen bringen – da sie einen Einbruch oder eine Bedrohung vermuten und oft mit Waffengewalt reagieren müssen. Auch in Großbritannien ist die Prank aufgefallen: Die Polizei von Dorset und Poole meldeten ähnliche Vorfälle, bei denen Eltern aufgrund von KI-Generierten Bildern panisch wurden. Die Geschichte wurde national und international aufgegriffen, unter anderem von NBCs „Nightly News“, wo ein Polizeibeamter erklärte, dass ein solcher Anruf eine extrem aggressive Reaktion erfordere – inklusive Waffeneinsatz oder sogar SWAT-Einsatz – aus Sorge um die Sicherheit der Bewohner. Die Kritik an dem Trend ist groß: Experten und Behörden warnen vor der Verharmlosung von Obdachlosigkeit, die durch die Darstellung von Menschen in Not als „Witz“ entmenschlicht wird. Zudem wird die Belastung der Notrufsysteme und die Gefahr für die Sicherheit von Polizisten und Bürgern hervorgehoben. Einige Kommentatoren verweisen darauf, dass solche Pranks nicht nur moralisch fragwürdig sind, sondern auch rechtliche Konsequenzen haben können – wie der Fall eines Jugendlichen in Kalifornien, der wegen eines ähnlichen Streichs 28 Tage in Haft saß. Die Nutzung von KI für solche Zwecke zeigt, wie schnell Technologie missbraucht werden kann, wenn sie ohne ethische Grenzen und Verantwortung eingesetzt wird. Plattformen wie Snapchat, die diese Tools anbieten, stehen nun unter Druck, bessere Kontrollmechanismen zu implementieren. Die Situation verdeutlicht zudem, wie dringend digitales Verständnis und kritisches Denken in der Schule und zu Hause gefördert werden müssen.
