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vor 3 Monaten
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Mercor entlässt Contractor, bietet weniger bezahlte neue Projekte an

Mercor, ein Startup, das weltweit große Tech-Unternehmen wie Meta bei der Entwicklung ihrer KI-Modelle unterstützt, hat Tausende von Vertragsarbeitern am Dienstag mitgeteilt, dass das Projekt „Musen“, an dem mehr als 5.000 Menschen im Hochtempo gearbeitet hatten, abgebrochen wird. Die Begründung lautete „Änderungen im Projektumfang“, wie aus einer E-Mail hervorgeht, die Business Insider vorlag. Kurz darauf wurden die Arbeitnehmer mit einem neuen Projekt namens „Nova“ konfrontiert – mit einer Stundensatzreduzierung von fünf Dollar auf 16 Dollar pro Stunde, gegenüber den vorherigen 21 Dollar für Musen. Die Nachricht traf viele überraschend, da sie erst kürzlich von Mercor und Meta die Aussicht auf eine Fortsetzung bis Ende des Jahres erhalten hatten. Die Veränderung erfolgte knapp vor den Feiertagen und wurde von mehreren Beteiligten als „demoralisierend“ und „unvorhersehbar“ beschrieben. Mercor, gegründet von drei Thiel-Fellows und kürzlich mit einer Bewertung von 10 Milliarden Dollar bewertet, ist Teil einer wachsenden Branche von Datenlabel-Unternehmen, die menschliche Arbeit nutzen, um KI-Modelle durch die Kategorisierung von Texten, Bildern und Videos zu trainieren. Nachdem Meta im Jahr 2024 14,3 Milliarden Dollar in Scale AI investiert und dessen CEO übernommen hatte, erhielt Mercor neue Aufträge von Kunden, die Scale verließen. In einem Interview im Juni hatte Mercors Produktchef Osvald Nitski erklärt, dass das Unternehmen mit sechs der „Majestätischen Sieben“ tech-Unternehmen zusammenarbeitet und sich stark ausweitet. Aktuell verwaltet Mercor über 30.000 Vertragskräfte und zahlt täglich mehr als 1,5 Millionen Dollar an ihre Arbeitnehmer. Trotz der Aussage eines Mercor-Sprechers, dass die Informationen „unrichtig“ seien, blieb die Klarheit über die genauen Umstände aus. Der Sprecher betonte, dass alle Projekte als temporär und projektbasiert kommuniziert würden. Doch viele Arbeitnehmer fühlen sich betrogen, da die neue Stelle zwar ähnliche Aufgaben wie Musen beinhaltet – etwa die Bewertung von KI-Prompts –, aber mit deutlich geringerem Einkommen. Ein ehemaliger Musen-Arbeiter, der nun in Nova arbeitet, sagte, die Aufgaben seien identisch, „nur für fünf Dollar weniger pro Stunde“. Obwohl einige über eine Boykott-Aktion nachdachten, hätten sie keine finanzielle Alternative, da das garantierte Einkommen dringend notwendig sei. Die Situation spiegelt einen Trend wider: In den letzten Monaten wurden in der Datenlabel-Branche zahlreiche Stellen gestrichen. Scale AI entließ kürzlich ein Team für „Generalist“-Arbeiten, und Elon Musks xAI schaltete mehr als 500 Labeler ab, um sich auf hochqualifizierte Spezialisten zu konzentrieren. Diese Entwicklung zeigt die Instabilität und den Druck auf Vertragskräfte in einem Markt, der sich schnell wandelt – trotz der hohen Unternehmensbewertungen und der vielgerühmten „qualitativ hochwertigen“ Arbeitsbedingungen, wie CEO Brendan Foody sie in einem Podcast im September beschrieb. Seine Aussage, dass Mercor im Durchschnitt 95 Dollar pro Stunde zahle, steht im krassen Kontrast zu den 16 Dollar, die nun für ähnliche Aufgaben gezahlt werden – ein Zeichen für die Diskrepanz zwischen Unternehmensimage und realer Praxis. Die Branche steht vor einer Krise der Vertrauensbildung: Während die KI-Industrie boomt, leiden die Menschen, die die Grundlage für diese Technologien bilden, unter unsicheren Arbeitsverhältnissen, plötzlichen Kürzungen und sinkenden Löhnen. Die Einkommensstabilität, die Mercor als Ziel der neuen Projektstruktur verspricht, wird von vielen Arbeitnehmern als Illusion empfunden – eine Verlockung, die sie trotz Enttäuschung akzeptieren müssen.

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