US-Arbeitnehmer bleiben trotz AI- und Wirtschaftsängsten bei ihren Arbeitgebern
US-Arbeitskräfte bleiben trotz wirtschaftlicher Unsicherheit und Angst vor KI-Veränderungen in ihren Jobs, wie eine neue Studie von Mercer zeigt. Die Befragung von über 4.500 Mitarbeitern im Zeitraum September bis Oktober 2025 offenbart ein klares Bild: Obwohl wirtschaftliche Pressionen und technologische Umbrüche zunehmen, entscheiden sich viele für die Stabilität ihres aktuellen Arbeitsplatzes. 73 % der Befragten geben an, ernsthaft nicht daran zu denken, ihren Arbeitgeber zu wechseln – ein Anstieg gegenüber 68 % im Jahr 2023. Diese Rekommittierung ist jedoch nicht bedingungslos. Angesichts steigender Inflation, steigender Gesundheitskosten (erwartet +6,7 %) und wachsender Unsicherheit über die Zukunft der Arbeit verlangen Mitarbeiter mehr Transparenz, faire Entlohnung und klare Entwicklungsmöglichkeiten. Die wirtschaftliche Belastung bleibt hoch: 70 % der Beschäftigten berichten von erhöhtem finanziellen Stress, 76 % befürchten wirtschaftliche Folgen von Handelszöllen, und 56 % sehen direkte Risiken für ihre Jobs. Trotzdem haben sich einige kurzfristige Belastungen etwas entschärft – weniger Menschen reduzieren nun Dispositionsmittel (38 %, gegenüber 51 % 2023) oder greifen auf Ersparnisse zurück (32 %, gegenüber 37 %). Doch für niedrigverdienende Arbeitnehmer bleibt die Belastung durch unvorhergesehene Kosten, insbesondere im Gesundheitswesen, besonders schwer. Lohn bleibt der wichtigste Faktor für Anziehung (37 %) und Bindung (32 %), gefolgt von Gesundheitsleistungen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Transparenz: Mehr als 40 % der Bewerber würden sich nicht auf eine Stelle bewerben, wenn Gehaltsranges nicht angegeben werden – ein Zeichen dafür, dass informelle Gehaltsvergleiche unter Kollegen zunehmend zur Norm werden. Auch die Einführung von KI bleibt ein zentrales Thema. Obwohl viele die Effizienzsteigerung durch KI anerkennen, befürchten 53 %, dass neue Technologien ihre Arbeitsplatzsicherheit gefährden. Gleichzeitig nutzen nur etwa ein Viertel der Beschäftigten regelmäßig KI-Tools, und in Branchen wie Gesundheitswesen und Einzelhandel sind es bis zu 40 %, die weder am Arbeitsplatz noch privat KI nutzen. Dies zeigt einen erheblichen Wissens- und Zugangsunterschied. „Für Arbeitgeber ist KI eine Herausforderung, aber auch eine Chance“, sagt Adam Pressman, Employee Research Leader bei Mercer. Wer klare Roadmaps kommuniziert, Arbeitslasten managt und in Weiterbildung investiert, kann KI zu einem Wachstumstreiber für Mitarbeiter und Unternehmen machen. Engagement ist besonders hoch in Technologie- und Finanzdienstleistungsbranchen, insbesondere bei festangestellten Mitarbeitern mit fünf bis zehn Jahren Dienstzeit. Flexible Arbeitsmodelle und die Möglichkeit, Urlaub nach Bedarf zu nehmen (78 % nutzen ihn vollständig) stärken das Vertrauen. 70 % sehen in bezahltem Urlaub auch eine Unterstützung für psychische Gesundheit und Familie. Insgesamt zeigt die Studie: Mitarbeiter sind rekommitiert, aber nur unter Bedingungen. Sie erwarten konkrete Handlungen – von realen Karrieremöglichkeiten über durchführbare Weiterbildung bis hin zu konsistenten Versprechen von Führungskräften. Unternehmen, die diese Erwartungen erfüllen, können aus der aktuellen Unsicherheit eine Chance zur langfristigen Loyalität machen. Bewertung durch Branchenexperten: Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Kombination aus wirtschaftlicher Unsicherheit und technologischem Wandel die Mitarbeiterbindung neu definiert. Laut HR-Experten ist die „bedingte Loyalität“ ein neuer Standard: Mitarbeiter suchen nicht mehr nur Stabilität, sondern Sinn, Transparenz und Entwicklung. Mercer, ein Tochterunternehmen von Marsh, positioniert sich als Berater für nachhaltige Arbeitsplatzgestaltung. Mit einem globalen Netzwerk und einem Fokus auf Menschen, Technologie und Finanzen ist das Unternehmen gut aufgestellt, um Unternehmen bei der Transformation der Arbeitswelt zu unterstützen. Die Studie zeigt: Führungskräfte, die Kommunikation, Entwicklung und Fairness in den Mittelpunkt stellen, werden in der Zukunft die besten Mitarbeiter gewinnen und halten.
