Meta beendet Stand-alone-App Horizon Workrooms
Meta hat entschieden, die eigenständige VR-App Horizon Workrooms abzuschalten. Laut einer Ankündigung im Blog wird der Zugriff auf die Plattform ab dem 16. Februar nicht mehr möglich sein, danach werden alle zugehörigen Nutzerdaten gelöscht. Workrooms war 2021 als zentrales Produkt im Rahmen von Meta’s Metaverse-Strategie lanciert, um remote arbeitende Teams in einer virtuellen Umgebung zusammenzubringen. Die App bot Funktionen wie virtuelle Besprechungsräume, Whiteboards und interaktive Präsentationen, und sollte die Zukunft der Zusammenarbeit in der virtuellen Realität vorwegnehmen. Die Entscheidung fällt inmitten umfassender Kürzungen im Bereich Reality Labs, dem Abteilung, die für VR-Headsets wie den Meta Quest und die soziale Plattform Horizon Worlds verantwortlich ist. Laut dem New York Times sollen zwischen 10 und 15 Prozent der rund 15.000 Mitarbeiter in Reality Labs entlassen werden. Dies ist Teil einer größeren Strategiewende, bei der Meta seine Ressourcen zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI) verlagert. Seit 2020 hat das Metaverse-Engagement von Meta mehr als 70 Milliarden US-Dollar Verluste verursacht, was die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts stark in Frage stellt. Obwohl Meta Workrooms als Beispiel für die Potenziale der VR-Technologie im Arbeitskontext präsentierte, hat sich die Horizon-Plattform inzwischen mehr in Richtung sozialer Interaktion entwickelt. Die Fokussierung auf soziale Features und die Integration zahlreicher Drittanbieter-Apps hat die ursprüngliche Produktivitätsorientierung von Workrooms verdrängt. Zudem hat sich die Nachfrage nach reinen VR-Arbeitsplattformen im Vergleich zu herkömmlichen Tools wie Zoom oder Microsoft Teams als geringer erwiesen, was die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der App weiter untergraben hat. Neben dem Ende der eigenständigen Workrooms-App wird Meta auch seine Horizon-Managed-Services ab dem 20. Februar nicht mehr zum Kauf anbieten. Kunden erhalten jedoch bis Anfang 2030 weiterhin technische Unterstützung. Diese Übergangsphase soll die Migration von bestehenden Nutzern und Unternehmen erleichtern. In der Branche wird die Entscheidung als klares Signal für die Neuorientierung von Meta gesehen. Experten betonen, dass die Metaverse-Initiative zwar technologisch ambitioniert war, aber aufgrund mangelnder Nutzerakzeptanz und hoher Kosten nicht tragfähig war. Die Kürzungen im Reality Labs-Bereich und der Fokus auf KI signalisieren eine Rückkehr zu marktnahen, rentablen Produkten. Für die Zukunft könnte die VR-Technologie weiterhin in spezifischen Anwendungsfeldern wie Training, Bildung oder immersive Erlebnisse eine Rolle spielen – doch als All-in-One-Lösung für die Arbeitswelt scheint sie vorerst ausgeschieden zu sein.
